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Sehr verehrte Siedlerrinnen und Siedler,
für unsere Chronikseite suchen wir noch Bildmaterial
aus alten Zeiten, besonders von den ehemaligen
Gaststätten , Kramerläden und sonstigen Unternehmen die es alle im Kieferngarten gab..

 

Bestellwunsch zum DVD Video "60 Jahrfeier Kieferngarten"
Hier geht es zur Anfrage bitte unser Kontaktformular benutzen

"Zum 60.Geburtstag der Kieferngartensiedlung"
Viel Spaß und an allen nochmals herzlichen Dank für den schönen Tag!
Bild anklicken dann kommen sie jeweils zum Foto Album

(Im Fotoalbum das 1.Bild anklicken um das Album zu Starten)

Hier gehts zum Foto Album
1.Aufbauarbeiten am Samstag 18 Juli
2.Aufbauarbeiten vor dem Fest am 19 Juli
3. Abbauten am 19 Juni und 20 Juli

Alle ehrenamtlichen Helfer haben am Samstag vor dem Fest bei einem Sauwetter die ersten Vorbereitungen im Biergarten "BOCK" und auf der Straße getroffen. Am Festtag morgens wurden dann noch die Zelte, Bänke und Deco zusammen mit unseren Frauen aufgebaut. Am Montag nach dem Fest sind die restlichen Abbauarbeiten vollbracht worden. Allen die dazu beigetragen haben einen herzlichen Dank!
Auch der Freiwilligen Feuerwehr von Freimann herzlichen Dank für die Anlieferung der Sandsäcke für die Zeltsicherungen!

Foto Album
 
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60 Jahrfeier Kieferngarten am 19 Juli 2009
Um 10Uhr30 begann unser Festtag mit einem
"Ökumenischen Festgottesdienst"
an der Kreuzung Schlößlanger / Wirtsbreite unter freiem Himmel. Ptr. Ellinger zusammen mit Pater Günther
hielten den Festgottesdienst ab.
Zahlreiche Bewohner der Kieferngartensiedlung und fremde Gäste besuchten diesen schönen Gottesdienst der uns allen unvergessen bleibt. Die Fürbitten trugen einige Siedler mit Ihren Kindern vor. Zur musikalische Begleitung spielten die "Bayerischen Klangperlen" in kleiner Besetzung zum Festgottesdienst. Es war eine sehr schöne Messe, dafür herzlichen Dank an unsere Kirchenvertreter.
***Danke***
Foto Album

(Auf das Bild  klicken ist dann groß)
Dem Festausschuss hier nochmals einen
herzlichen Dank für Ihren Einsatz..
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Ein Kabarett der bayerischen Mundart

von Martin Wichary, alias"Wiggerl" vom Schmunzeln bis zum Gelächter hielt er unsere Gäste bei guter Stimmung. herzlichen Danke für Deinen Auftritt bei uns im Kieferngarten.
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Herzlichen Dank an das BRK
München Freimann für Ihre Unterstützung

Link zum BRK-Freimann
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Herzlichen Dank an die
Freiwillige Feuerwehr München Freimann für Ihre Unterstützung
Link zur Feuerwehr Freim.
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Maria Peschek  alias "Paula Pischl"
mit Ihren kabarettistischen Einlagen begeisterte Sie unsere Gäste und strapazierte deren Lachmuskeln..
Für Ihren Auftritt hier im Kieferngarten nochmals
herzlichen Dank!
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60 Jahrfeier Kieferngarten am 19 Juli 2009
Diese Mitglieder erhielten eine Auszeichnungen  vom Landesvorsitzenden des Eigenheimerverbandes Bayern e.V.
Herrn Heinrich Rösl
(Bild links) für besonders aktive Tätigkeiten
beim Siedlerverein Kieferngarten-München Freimann

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 60 Jahrfeier Kieferngarten am 19 Juli 2009

Bilder von unseren Besuchern aus dem Kieferngarten, den Nachbarsiedlungen und aus weiter Ferne!
Allen einen herzlichen Dank
für diesen schönen Tag mit Ihnen zusammen..
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60 Jahrfeier Kieferngarten am 19 Juli 2009
Der 1.Vorsitzende der Siedlerschaft Kieferngarten ehrte die Leistungen der einzelne Mitglieder mit einem Blumenstrauß für Ihre Leistungen um die Festschrifterstellung. Von den Annoncen, Gestaltung, Schreibarbeiten bis hin zum Druck und die Zustellung der Einladungen und Festschriften an unsere Bewohner vom Kieferngartenaustragen.
Auch seine Frau hat einen Blumenstrauß verdient!
Herzlichen Dank an alle die auch hier nicht gezeigt wurden.
Dazu gehört natürlich unser Festausschuss der dieses Fest erst möglich machte, Euch einen besonderen Dank..

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60 Jahrfeier Kieferngarten am 19 Juli 2009
Musikalische Unterhaltung vom Nachmittag bis in den späten Abend spielten
" Die drei Musketiere"
unter der Organisation von unseren Carlo der uns auch beim Festausschuss sehr unterstützte!
Ihm und seiner Truppe einen herzlichen Dank für die klasse Musik..
Es war für alle Generationen eine tolle Musik..
***Danke***

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60 Jahrfeier Kieferngarten am 19 Juli 2009
Ein Team von Helfern betreuten unsere Kinder,
allen einen herzlichen Dank!
Die Freiwillige Feuerwehr von Freimann stellte ein Einsatzfahrzeug mit Ihrer Mannschaft zu Verfügung, Schminkabteilung, Dosenwerfen, Ringwerfen, Basteln, Nagelbrett, Malwettbewerb und es kam auch noch der Eismann vorbei.. Rundum waren unsere Kinder glücklich...

Foto Album
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60 Jahrfeier Kieferngarten am 19 Juli 2009

Viele Siedlerinnen und Siedler haben uns zum Festtag über 30 verschiedene Kuchen und Torten gestiftet! Alle Kuchen und Torten waren so gut, dass kein Stückchen übrig blieb!
Herzlichen Dank für diese Meisterleistungen!

Natürlich wurde das Kuchenbuffet
festlich von unseren Helferinnen eröffnet..
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60 Jahrfeier Kieferngarten am 19 Juli 2009
Hier sind nur einige Ehrengäste genannt!
Allen einen herzlichen Dank, dass Sie mit uns diesen Festtag verbracht haben.

Johannes Singhammer Bundestagsabgeordneter (Bild re.)
,
Dr. Ludwig Spaenle, Bayer. Kultusminister,
Richard Quaas Stadtrat CSU, Mitglied im Ältestenrat,
H. Werner. Lederer - Piloty Vorsitzender. des
Bezirksausschusses,

Prof. Heckel, Direktor des Deutschen Museums,
Heinrich Rösl, Landesv. Bayer. Eigenheimerverb.
Hannelore Wilhelm, Mitglied des Landesv. Bayer. Eigenheimerv.
Vorstände der Auensiedlung, Grusonsiedlung und Reichskleinsiedlung,
Fr. Joas vom Heideflächenverein, H. Benkwitz,
H. Neumann ESV, H. Friedl SC, Herr Ernst Hrabak, H.Rupp
Alexander Klotz ,Historiker, Ersteller unserer Chronik 1999

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60 Jahrfeier Kieferngarten am 19 Juli 2009
 
Unser
"Roider Jackl vom Kieferngarten"
Klaus Rollmann brachte seine Gstanzl passend zur Kieferngarten-Siedlung,
eine super Überraschung für uns alle...
Herzlichen Dank!

Foto Album


 Jeder Bewohner vom Kieferngarten hat eine Festschrift (Chronik) kostenlos erhalten! Die Druckauflage unsere Festschrift 1500 Stück.


Das war unsere Einladung mit Programm
zum Straßenfest am 19.Juli 2009 (PDF Datei )
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60 Jahrfeier Kieferngarten am 19 Juli 2009
Unsere "Bayerischen Klangperlen" unterstützten unsere Festlichkeiten bereits zum Gottesdienst und anschließend in großer Besetzung bis zum frühen Nachmittag.
Ihnen einen herzlichen Dank!
  
Foto Album
60 Jahrfeier Kieferngarten am 19 Juli 2009

Herzlichen Dank an die Schlösslschänke
für Eure Unterstützung!

Link zur Unternehmensseite:
 
60 Jahrfeier Kieferngarten am 19 Juli 2009

Herzlichen Dank an das Gasthaus Bock
f
ür Euere Unterstützung und Bereitstellung
der Flächen und Biertische bis hin zur Bewirtung!
Link zur Unternehmensseite:

 
Luftbild von Freimann über den Kieferngarten
bis hin zur Fröttmaninger Heide

Bildvergrösserung hier
        (Auf das Bild  klicken wird dann groß) 

Hier noch ein Link zu weiteren Luftbildern die mit freundlicher Unterstützung von
Alexander Klotz aufbereitet wurden.
  
              
Bild © 2009 by Dieter Rohsa 7.9.2009
Luftbild "60 Jahre Kieferngarten" vom 7.9.09


Luftbild vom Kieferngarten groß
 
(Auf das Bild  klicken wird dann groß)



Bild © 2009 by Dieter Rohsa 7.9.2009

Herr Alexander Markus Klotz hat uns freundlicher Weise noch unzählige Bilder von der
60 Jahrfeier zur Verfügung gestellt.
 

Hier sind die einzelnen Links:

 
 
 

 

 

Auszüge aus der Chronik vom Juli 1999
zum
50.jährigen Siedlerfest
Gründungsjahr 1949

bitte beachten Sie, dass alle Schriftstücke sowie Bilddarstellungen dem Urheberecht unterliegen.
Wir werden die Chronik ständig erweitern.
Sie haben auch die Möglichkeit, die komplette Chronik ca. 168 Seiten mit umfangreichen
Text, sowie Bilderinhalt von 1949 bis 1999 bei uns zu bestellen.
E-Mail bitte an den 1.Vorstand H.Hilger  Mail 1.Vorstand


© Alexander Markus Klotz, Karl Reitmeir, Christian Ude, Eduart Lukas, Siedlerschaft Kieferngarten

Kieferngarten
Vom Schießplatz zur Freimanner Gartensiedlung
Vorwort

Mit "Angesichts des Trümmerfeldes" beginnt die Präambel der Verfassung des Freistaates Bayern
vom 2. Dezember 1946. Angesichts eines Trümmerfeldes besonderer Art, das zahlreiche Menschen
um diese Zeit in Freimann vor Augen hatten, konnten sich viele von ihnen nur schwer vorstellen,
hier einmal eine neue Heimat zu finden. Heute, über ein halbes Jahrhundert später, befindet sich an
dieser Stelle eine Wohnsiedlung, deren Bewohner zu Recht sich glücklich schätzen können, dort zu leben.
 

Die Kieferngarten Siedlung 2005



Im September 2003
Hobbyfotograf Karl Reitmeier feiert seinen 90. Geburtstag

Hier der Link zur Pressemitteilung der SPD


reitmeier.jpg


Die Kieferngarten Siedlung 1955



 


Grußworte aus der Chronik von 1999







Grußwort des Oberbürgermeisters

der Landeshauptstadt München

Siedler und Eigenheimer hatten einen entscheidenden Anteil am raschen und gelungenen Wiederaufbau unserer Stadt. Sie leisten bis heute einen maßgeblichen Beitrag zur Wohnraumversorgung, zur Stadtentwicklung und Stadtgestaltung und zur besonderen Wohn- und Lebensqualität Münchens.

Ein ausgezeichnetes Beispiel dafür gibt die Siedlerschaft Kieferngarten, die heuer ihr 50-jähriges Bestehen feiern kann. Die vorliegende Chronik, die aus diesem Anlass erscheint und deren Zustandekommen von der Stadt München tatkräftig unterstützt wurde, verdeutlicht, mit wieviel Eigeninitiative, Gemeinsinn und nachbarlicher Solidarität die Siedlung Kieferngarten geschaffen, verschönert und weiterentwickelt wurde. Und sie zeigt damit auch, wie aus der einst vorstädtischen Kleinsiedlung ein gewachsenes Münchner Stadtviertel wurde, das sich trotz manch großstädtischer Probleme seinen liebenswerten Charakter und seine Identität bewahren konnte. Für qualitativen Zugewinn sorgte dabei nicht nur der direkte U-Bahn-Anschluss durch die erste Münchner U-Bahnlinie im Jahr 1971. Dafür sorgen gerade in den letzten Jahren auch die Initiativen der Stadt zur Aufwertung des Münchner Nordens wie beispielsweise die Verbesserung der Infrastruktur, der geplante Nordpark oder die großen städtebaulichen und landschaftlichen Entwicklungsvorhaben, die dort durch die freigewordenen Bundeswehrflächen möglich geworden sind und nun von der Stadt verantwortungsvoll realisiert werden.

Sehr herzlich danke ich der Siedlerschaft Kieferngarten für die erbrachten Leistungen und für ihr stadtteilbezogenes Engagement. Auch von Seiten der Stadt München daher: Herzlichen Glückwunsch zum 50-jährigen Jubiläum und weiterhin alles Gute und viel Erfolg!

Christian Ude


 



 


 







Grußwort des 1. Vorsitzenden
der Siedlerschaft Kieferngarten München-Freimann e.V.

Die Feiern zum 50jährigen Bestehen der Siedlerschaft Kieferngarten sind ein besonderer Anlaß, die Entstehung und die Entwicklung unserer Siedlung mehr als bisher zu hinterfragen und dies in einer Chronik zu dokumentieren.
Es war schon etwas Außergewöhnliches, ja fast Träumerisches, als sich vor einem halben Jahrhundert zahlreiche Familien unserer Siedlung entschieden haben, ohne Baugrundstück und ohne Ersparnis - das heißt, aus dem Nichts - ein Haus zu bauen, eine neue Heimat zu schaffen. Der Kreis dieser Entscheidungsfreudigen setzte sich zusammen aus ausgebombten Münchnern, Schlesiern, Sudetendeutschen, Donauschwaben oder sonst vom Schicksal des Krieges schwer Getroffenen.
Eigenleistung und Nachbarschaftshilfe waren der Garant für einen zügigen Baufortschritt und die Fachkompetenz vor Ort.
Neben der Schwere des Alltags haben sich zu jeder Zeit einige Siedler verpflichtet gefühlt, die Leistungen aller dadurch zu sichern, daß über Jahre, ja Jahrzehnte, versucht wurde, bei Bundes- und Landesbehörden sowie der Landeshauptstadt München eine rechtlich dauerhafte Regelung für das "wilde Siedeln" auf dem Exerzier- und Schießplatzgelände zu erreichen.

Alles nahm ein gutes Ende!

Fleiß und Sparsamkeit unserer Eltern und Großeltern haben ein Werk entstehen lassen, das auf 360 Siedlerstellen vielen Menschen, insbesondere aber mehreren Generationen einer Familie gleichzeitig, ein Zuhause bietet. Geist und Dynamik unserer Vorfahren haben bis zum heutigen Tag angehalten und so eine attraktive aber individuelle Siedlung entstehen lassen, um die uns viele beneiden.

Mit Freude und Dankbarkeit wollen wir das Erreichte bewahren aber auch gebührend feiern. Die Chronik möge allen Lesern aufzeigen, wie hart die Vergangenheit war, wie lebenswert die Gegenwart sich zeigt und wie erstrebenswert die Zukunft ist.


Walter Hilger


 



 


 







Grußwort des Landesvorsitzenden
des Bayerischen Siedler- und Eigenheimerbundes e.V.

Die Siedlerschaft Kieferngarten e.V. kann mit Stolz auf fünf Jahrzehnte erfolgreicher Arbeit zurückblicken. Zu diesem Jubiläum darf ich der Siedlerschaft und allen ihren Mitgliedern unsere herzlichsten Glückwünsche übermitteln.

In den 50 Jahren ihres Bestehens mußte die Siedlerschaft Kieferngarten schwere Zeiten durchleben. In der Aufbauzeit war viel Arbeit und Gemeinschaftssinn gefragt, um in einer wirtschaftlich schweren Zeit und bedingt durch die damalige große Wohnungsnot, die Familien mußten damals in Baracken, alten Eisenbahnwaggons, aufgelassenen Munitionsbunkern und Behelfsbauten leben, das Wohnungsproblem mit dem Ziel zu lösen, auf dem ehemaligen Schießplatzgelände für die Familien Eigenheime errichten zu können. Dazu haben sich entschlossene Frauen und Männer zusammengefunden. Die von der Siedlerschaft Kieferngarten in unermüdlicher Kleinarbeit erstellte Chronik, für die ich den Verfassern und deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern meinen großen Respekt und Dank ausspreche, gibt hierzu näheren Aufschluß.

Zwischenzeitlich hat sich die Kieferngartensiedlung zu einem schmucken Teil Freimanns entwickelt, ist fester Bestandteil des Münchner Nordens geworden und vom Stadtteil Freimann nicht mehr wegzudenken. In unserer Zeit, in dem das Eigenheim als die wohl lebenswerteste Form des Wohnens wiederentdeckt wurde, kann sie als Beispiel dienen.

Das Jubiläum ist daher für den Bayerischen Siedler- und Eigenheimerbund e.V. ein besonderer Anlaß, für das Geleistete unseren großen Dank auszusprechen. Dieser Dank gilt auch für die gute Zusammenarbeit und für die Treue zu unserem Bund. Unsere Anerkennung und unser Dank gilt aber vor allem den jeweiligen Verantwortlichen der Siedlerschaft Kieferngarten, die ehrenamtlich unzählige Zeiten ihrer Freizeit für die Gemeinschaft geopfert haben. Mit dieser uneigennützigen Arbeit wurde schließlich wiederum beispielhaft bewiesen, daß durch eine vernünftige Zusammenarbeit und mit Gemeinschaftssinn mehr erreichbar ist, als oft Kommune oder Staat von sich aus tun können.

Der Siedlerschaft Kieferngarten wünsche ich weiterhin viel Erfolg und allen Mitgliedern und deren Familien für die Zukunft ein Leben in Zufriedenheit und ein Wohnen in Geborgenheit.


Eduard Lukas


 



 


 

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Die "Eroberung der Wüste" (1945 - 1952)

Die wahrlich katastrophale Situation zur Jahresmitte 1945 kann hier auch nicht nur annähernd geschildert werden. Die Diktatur des Nationalsozialismus hatte in ihrer letzten Konsequenz eine "Ruinengesellschaft" hinterlassen, deren Aussichten auf Besserung gegen Null gingen. Auch im Freimann des Sommers 1945 zeigten sich auf kleiner Ebene konzentriert die Ergebnisse des Zweiten Weltkrieges: Zahllose Menschen befanden sich in einer Art Sammelbecken des kollektiven Nichtwissens wohin bzw. wie weiter.1
In den ehemaligen Luftwaffenkasernen an der Freimanner Straße fristeten Hunderte vormals Zwangsverschleppter dahin, die ehemals von diesen Menschen belegten Barackenlager der Reichsbahn füllten sich rasch durch die Flüchtlinge und Vertriebenen. Die bestehenden Wohn- und Unterkunftsmöglichkeiten waren zu diesem Zeitpunkt restlos ausgeschöpft, in den meisten Fällen schlicht hoffnungslos überbelegt. Auf dem ehemaligen Verbindungsgleis zwischen dem Ausbesserungswerk und der Kläranlage Großlappen nördlich der Werksmauer abgestellte Eisenbahnwaggons einer Baufirma dienten zahlreichen Familien als Unterkunft.


1947 die Vermesser sind da..

 
Siedler auf steinigem Boden

Schießplatz Freimann als Siedlungsland / Obdachlose helfen sich selbst


(SZ) Auf dem ehemaligen Schießplatz Freimann, der als Wehrmachtseigentum im Zuge der Bodenreform in Staatshände überging, hat sich eine Siedlergemeinschaft gebildet, der das Gelände von der "Bayerischen Bauernsiedlung" zur einstweiligen Nutznießung überlassen wurde. Heute wohnen dort an 500 Ausgewiesene, evakuierte und ausgebombte Münchner, die sich in der Wüstenei des einstigen Schießplatzes neue Heimstätten suchten.
Die einzige Hilfe erfuhren die Siedler durch Minister, der sich bei der Militärregierung für sie verwendete, als das Gelände erneut beschlagnahmt werden sollte. Außer ihm nahm bis jetzt keine Behörde, kein Amt, nicht einmal die Lokalbaukommission Notiz vom Entstehen dieser Siedlung. Was geschaffen wurde, geschah ohne Unterstützung und ohne Genehmigung.
Um zunächst die Stadtverwaltung auf ihren Plan aufmerksam zu machen, luden die Siedler am Samstagnachmittag die Parteifraktionen des Stadtrats zur Besichtigung ihres Werkes ein. Für die Bayernpartei erschienen die Stadträte Wüstendörfer, Lehner, Banfelder und Gumrum, für die SPD Stadträtin Hoereth, für die CSU Stadtrat Fackler und Stadtrat Blieninger für die KPD, ferner Vertreter des Bezirksausschusses, der Bezirksinspektion und der "Bauernsiedlung".
Das Gelände vor den eigentlichen Schießständen, die jetzt noch von den Amerikanern benützt werden, ist kilometerweit von Schützengräben durchzogen, Deckungslöcher und Erdwälle liegen Meter an Meter und Stacheldrahtverhau rostet in den "sinnreich angelegten" Hindernisfeldern. Unter einer zentimeterdünnen Humusschicht stießen die Pickel der Siedler bereits auf  Stein. Diesen Boden konnten nur Menschen planieren, umgraben und ausschachten, welche die letzte Hoffnung auf irgendeine Hilfe von außen aufgegeben hatten. In verhältnismäßig kurzer Zeit sind hier Behelfsheime, vom eingebauten Eisenbahnwagen bis zum Einfamilienhaus, entstanden, zu deren Bau keine einzige Arbeitsstunde eines Fachhandwerkers aufgewendet wurde. Wo das eigene Können nicht ausreichte, half der Nachbar mit seiner Erfahrung. Dabei verfuhr man immerhin nach einem Bauplan, der von einem geprüften Architekten entworfen und der Lokalbaukommission vor Monaten eingereicht worden war.
Zimmermann
 







 

Die große Familie vom Schießplatz in Freimann

Gute Nachricht für die Siedler - Nach Selbsthilfe vielleicht Behördenhilfe


Beim Schäffer-Ministerium und sogar bei der Dienststelle Blank in Bonn sind die Schießplatz- und die Kieferngartensiedlung in Freimann nicht unbekannt. Längere Verhandlungen haben nunmehr zum Ziel geführt, der Zustimmung zur Eigentumsübertragung des Geländes an die Bayerische Landessiedlung als Siedlungsträger nach dem Bodenreformgesetz. Damit ist in den Siedlerfamilien eine wirkliche Beruhigung eingekehrt. Die Hilfe, wie sie hoffen, die nunmehr im Zusammenwirken der verschiedenen Behörden dieser Siedlung zuteil wird, kommt Menschen zugute, die sie sich in jahrelanger harter Arbeit verdient haben.
Der Brauereiarbeiter Johann Großkopf, durch das Vertrauen "seiner" Siedler erneut zum Vorstand der Schießplatzsiedlung bestellt, führt den Besucher in ein sauberes kleines Holzhäuschen, dessen Wände gerade getüncht wurden. In dem größten Raum stehen zwei funkelnagelneue Zeichentische "mit allen Schikanen". "Sie sind für unsere Architekten bestimmt", sagt Großkopf mit strahlender Miene, und der Ton liegt gleichermaßen auf dem "unsere" wie auf dem "Architekten". Ein geräumiges Büro und ein Warteraum für das Publikum schließen sich an - hier werden in Zukunft die Pläne gemacht, die das zukünftige Gesicht der Schießplatzsiedlung mit ihren 499 und der Kieferngartensiedlung mit ihren 106 Siedlerstellen bestimmen werden.
Zeichentische, Architekten, Büro - niemand hätte das im Jahre 1945 für möglich gehalten, als hier die ersten Siedler Fuß zu fassen begannen! Auf einem Gelände, das alles andere als "baureif" war: Schützengräben, künstliche Granattrichter, Handgranatenstände - Tausenden von ehemaligen Soldaten ist dieses Gelände in ihrer Dienstzeit wohl vertraut gewesen. Auch jetzt trifft man in einem Teil der wieder instand gesetzten Schießstände auf Soldaten: Amerikaner. Ihre Panzer rattern durch die Heidemannstraße, jene unglückliche Straße, um deren Instandsetzung nun schon seit Jahr und Tag erbittert und leidenschaftlich gekämpft wird, weil niemand recht weiß, wer eigentlich für sie zuständig ist. Jeder will dem anderen den Vortritt lassen: Der Bund (ehemalige Militärstraße!) der Stadt, die Stadt den Amerikanern, und im Endergebnis geschieht nichts. Ein großes Schild warnt jetzt: "Privatstraße - Betreten und Benutzung auf eigene Gefahr und unter Ausschluß jeglicher Haftung für Unfälle und Schäden. Bayerisches Landesamt für Vermögensverwaltung." Nichts ist leichter, als sich in den zwanzig Zentimeter tiefen Schlaglöchern den Knöchel zu verknaxen.
Die Siedler hier heraußen - und wir wollen dabei besonders der Frauen gedenken - sind aus einem Holz geschnitzt, das ebenso durch seine Härte wie durch seine Zähigkeit auszeichnet. Einheimische und Vertriebene halten sich so etwa die Waage, und unter den letzteren treffen wir den Balten wie den Schlesier, den Donauschwaben und den Sudetendeutschen an. Die konfessionelle Mischung ergibt ein ebenso buntes Bild wie die soziologische Schichtung, die einer eigenen Betrachtung wert wäre. Aber - und das gab den Ausschlag - alle waren sich darin einig, daß es "geschafft werden mußte", und zwar aus eigener Initiative. Das Erstaunliche und wohl Einmalige in dieser Siedlung sind die völlig aus dem Rahmen des Üblichen fallenden Eigenleistungen der Siedlerfamilien, die nicht bei zwölf, fünfzehn oder (bereits eine große Seltenheit) zwanzig, sondern bei sechsundsiebzig (!) Prozent liegen. Gibt es einen besseren Beweis für die Energie einer Familie, wenn ihr eine wirkliche Chance zur Selbsthilfe geboten wird? Es hat eben jeder zugepackt, der Mann, die Frau und die Kinder.
Die Siedlung war zuerst "wild", aber ebenso von ihrer Geburtsstunde an von dem Willen zur Legalität getragen, die dann auch später verbrieft und versiegelt wurde. Es ging auch nicht alles nach Schema F, und die Verteidiger des berühmten § 81 der Münchner Bauordnung schüttelten mehr als einmal die Köpfe, wenn zuerst das Haus und dann die Straße gebaut wurde. Bausperren wurden verhängt, Gebühren erhoben - es wäre zu wünschen, wenn hier vielleicht noch etwas mehr den besonderen Verhältnissen dieser Siedlung Rechnung getragen werden würde.
Viel ist hier draußen seit 1945 geleistet, Millionenwerte geschaffen worden. Dringend notwendig ist die Errichtung eines Kindergartens, da sehr viele Mütter erwerbstätig sind. Vor einem Jahr sicherte in einer Bürgerversammlung eine Stadträtin ihre Unterstützung zu. Aber dabei blieb es. Die Siedler haben die Enttäuschung heruntergeschluckt und nicht resigniert. "Wir werden eine Sammlung durchführen, bei den Siedlern selbst und bei den Geschäftsleuten", erklärt mir Johann Großkopf und gibt der Hoffnung Ausdruck, daß vielleicht schon zum Winter der Kindergarten steht. Ich zweifle nicht, da diesen Worten die Tat folgen wird.
Helmut Lucas

 



Von soviel Fleiß ist auch der Staat gerührt

Anerkennung der Freimanner Gartensiedlung / Nicht genehmigt und doch gefördert

 

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Neue Stadtteile wachsen heran
Rundfahrt mit der Gesamtkirchenverwaltung / Siedlungs- und Seelsorgeprobleme
 
(SZ) Die Katholische Gesamtkirchenverwaltung veranstaltete unter Leitung des Geistlichen Rates Breiter (Pfarrei St. Sebastian) eine Pressefahrt zu dem Industrie- und Siedlungsstreifen von München-Nord, um die Probleme der Wohnungs- und Seelsorgenot an Ort und Stelle zu zeigen.
[...]
Freimann, vor 30 Jahren noch ein kleines, bescheidenes Dorf, hat durch die Industrialisierung des nördlichen Münchens einen gewaltigen Aufschwung genommen. Die Dominikaner-Pfarrei St. Albert-Freimann zählt heute bereits 7000 Seelen.
Rund um das Gelände des ehemaligen Freimanner Schießplatzes sind, sozusagen auf Niemandsland, wilde Siedlungen emporgeschossen. Ausgebombte und Ausgewiesene schufen sich in schwerer und fleißiger Gemeinschaftsarbeit ein Dach über den Kopf. Die meisten Häusl sind einfach und unverputzt, oft sind die Zwischenwände nur aus Pappdeckel. Die Leute haben sich inzwischen in der Siedlungsgemeinschaft München-Nord zusammengeschlossen. Mittlerweile sind es 250 Häusl mit über tausend Siedler geworden, für weitere 625 Häuser ist noch Platz vorhanden. Die Stadt gibt Zuschüsse, die Gesamtkirchenverwaltung stellt billiges Baumaterial bereit, wodurch der Siedler allein 500 bis 600 Mark erspart. Die katholische und evangelische Kirche wollen sich dafür einsetzen, den Schießplatz selbst freizubekommen. Hier sollen dann Kirche, Schule, ein Spielplatz und weitere 800 Siedlungshäuser errichtet werden. Zunächst baut die Katholische Gesamtkirchenverwaltung eine Notkirche und einen Kindergarten für diesen förmlich aus dem Boden wachsenden neuen Stadtteil Münchens. [...]
 

Siedlung wächst immer mehr..

 



Die Schüler Jahrgang 1950/51
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Die Siedlerschaft von der Verschmelzung
bis zur Übereignung der Siedlerstellen (1955 - 1962)


Mitte 1955 gab es nun also drei Siedlerschaften, in denen die Freimanner Siedler organisiert waren.1 Westlich des Schießplatzes die "Siedlerschaft München-Nord / West" in der sogenannten "Grusonsiedlung", östlich davon die "Siedlerschaft Kieferngarten" und die "Siedlerschaft München-Nord / Ost".
 

Letztere hatte ihre Arbeit in einer Ausschußsitzung in der Siedlergemeinschaft am 2. Juni 1955 begonnen, wobei insbesondere die Neuorganisation der Siedlerschaftsarbeit und diverse Organisationsprobleme zu besprechen waren. Wohl auch beschäftigt mit ersten Überlegungen zu einem Akt, dessen Berechtigung und Bedeutung nicht groß hinterfragt werden muß: Die Verschmelzung der beiden Siedlerschaften "Kieferngarten" und "München-Nord / Ost" zu einer gemeinsamen Organisation. Einem Einigungsaufruf der jeweiligen Vorstände vom 21. Juli 1955 folgte am 25. des Monats die Einladung an alle Mitglieder der beiden Siedlerschaften zu einer außerordentlichen Zusammenkunft in die Siedlergemeinschaft.2 In der am 31. Juli 1955 stattfindenden Versammlung wurde mit großer Mehrheit der satzungsgemäßen Möglichkeit der Verschmelzung zur zu diesem Zeitpunkt 320 Mitglieder umfassenden "Siedlerschaft Kieferngarten" zugestimmt. Die neugewählten Vorstände und Beiräte waren nicht nur aus den beiden bisherigen Teilen repräsentativ vertreten, sondern - und dies sollte sich besonders in den kommenden Jahren bewähren - waren ihrer Aufgabe nicht nur gewachsen, sondern haben diese Aufgaben zugunsten der Gemeinschaft auch erfolgreich erledigt.
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Vor der Siedlergemeinschaft (1. Mai 1956)
In ihrem vermutlich ersten Rundschreiben vom 25. August 1955 hatte die Siedlerschaft Kieferngarten dann auch schon zahlreiche Punkte anzusprechen. Zunächst mußte darauf verwiesen werden, daß eine "öffentliche Finanzierung der Siedlerstellen nördlich des Lappenweges [...] erst durchgeführt werden [kann], wenn die Baugenehmigung durch die Lokalbaukommission erfolgt ist." Bis zu diesem Zeitpunkt stelle die Bayerische Landessiedlung "Zwischenkredite zur Verfügung", die natürlich entsprechend zu beantragen seien. Zudem konnten der erste und zweite Vorstand der Siedlerschaft in Gesprächen mit dem Wiederaufbaureferat erreichen, daß "nach Vorlage der Abrechnung der Erschließungskosten und einer detaillierten Aufstellung über den Anteil für jede Siedlerstelle durch die BLS, die Beträge aus den für diesen Zweck zurückbehaltenen Darlehen" freigegeben wurden. Dies bedeutete für zahlreiche Siedler die Entrichtung eines niedrigeren Monatsnutzungsentgeltes. Zudem hatte man "eine fahrbare, luftbereifte Baumspritze mit einem Fassungsvermögen von 100 Litern gekauft", die außer der eigentlichen Aufgabe auch "zum Spritzen von Häusern und zur Gartendüngung verwendet werden" konnte. Und daß auch die Kultur nicht zu kurz kam, beweist der Umstand, daß die Siedler-Sänger-Runde Freimann nun auch eine Musikkapelle zusammenstellte. Die unverändert anstehenden Probleme zeigte ein Artikel von Walter Fürstweger auf, der in der "Süddeutschen Zeitung" vom 8. September 1955 erschien und auch deutlich machte, welchen Aufgaben die Gemeinschaft noch gegenüberstand.3

 

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Einmalige Siedlerleistung im Bundesgebiet
Freimanner "Kieferngarten" feiert zehnjähriges Bestehen - Aus Munitionsbunkern werden Musterhäuser

Die Kieferngartensiedlung auf dem ehemaligen Freimanner Schießplatzgelände westlich der Autobahn Nürnberg feierte am Wochenende ihr zehnjähriges Bestehen. Über alle Siedlerstraßen waren Schnüre mit Papierwimpeln gespannt, Fähnchen und Girlanden schmückten Gärten und Häuser. Auf Zäunen und Lichtmasten und über den Gartentürln hingen abends leuchtende Lampions. Ein Standkonzert des "Kieferngarten-Orchesters", der seit Oktober 1955 bestehenden Blaskapelle der Siedlerschaft, und ein Lampionzug mit über einem halben tausend Kieferngarten-Kindern eröffnete am Samstag diese Geburtstagsfeier. Beim Festakt am Sonntagvormittag, an dem auch der Männergesangsverein der Kieferngartler, die "Siedler-Sängerrunde" mitwirkte, konnte der erste Vorsitzende der Siedlerschaft, Adolf Schoy, die beiden Landtagsabgeordneten Karl Köglsperger und Dr. Rudolf Wagner sowie Stadtrat Giesen begrüßen. Der Vertreter des Bayerischen Siedler- und Eigenheimbunds Willi Hollemann hob in seiner Festansprache die im Bundesgebiet einmalige Leistung der Kieferngartensiedler hervor. Mit knappsten Staatsmitteln haben die Kieferngartler aus einem Trümmerfeld mit Schützengräben, Bombenkratern und zerstörten Munitionsbunkern eine vorbildliche Wohnanlage für 320 Familien geschaffen.
Bei der Besichtigung der Siedlung fand die Bau-Sperrzone am Schlößlanger besondere Beachtung, deren 30 Anlieger immer noch auf die Baugenehmigung warten. Die Plätze dieser Siedler liegen im Sperrgebiet des benachbarten Schießplatzes.
"Mit dem Handkarren", erzählte 2. Vorstand Josef Ziegler, "haben sich viele unserer Siedler durch den Dreck der Heidemannstraße auf mühsame Art das Baumaterial hergeschafft. Tonnenweise lag die scharfe Munition im Boden. Über vier Zentner Munition hab ich allein aus meinem Platz rausgegraben. Wer heute die Siedlung sieht, kann sich gar nicht mehr vorstellen, wie es hier früher war. Man hat uns anfangs als 'wilde Siedlung' abgestempelt. Ohne behördlichen Zwang, ganz aus uns selbst heraus, haben wir einen Architekten beschafft und uns für eine ordnungsgemäße Bebauung eingesetzt. Heute gehört die Kieferngartensiedlung zu den schönsten Siedlungen Münchens."
Drei Sorgen drücken die Kieferngartler heute noch: die Übereignung, die Verkehrsverhältnisse und vor allem der benachbarte Schießplatz der Amerikaner. Die seit Jahren erhoffte, aber verschleppte Übereignung scheint nun in Erfüllung zu gehen. Bonn hat sich jetzt angeblich mit dem Verkauf des ehemaligen Wehrmachtsgeländes an die bayerische Landessiedlung einverstanden erklärt. "Mit der Übereignung", meint der Landtagsabgeordnete Karl Köglsperger, selbst Kieferngartensiedler, "würde auch das vorhandene Mißtrauen gegenüber der Bayerischen Landessiedlung aus der Welt geschafft. Die Verkehrsverhältnisse", erklärt er weiter, "sind völlig untragbar. Unsere letzte Fahrmöglichkeit aus der Stadt ist um 20.15 Uhr." Die größte Sorge der Kieferngartensiedler, sofern die Übereignung nunmehr zustande kommt, ist der Schießplatz. Wohnsiedlung und Schießplatz, so erklären die Kieferngartensiedler, vertragen sich auf die Dauer nicht: "Einer muß irgendwann weichen, entweder der Schießplatz oder wir." Wer weg muß, das ist für sie völlig klar - der Schießplatz! Ihr Wunsch wäre, den Schießplatz so bald als möglich mehr nach Norden zu legen.
Die Vorstandschaft der Siedlerschaft Kieferngarten bemüht sich mit allen Mitteln, mit diesen drei Problemen fertig zu werden. Die Vorstandschaft besteht derzeit aus Adolf Schoy, Josef Ziegler (1. und 2. Vorsitzender), Karl Reitmeir (Schriftführer), Bruno Langhanky, Josef Münichsdorfer (Kassiere). Bei festlichen Anlässen ist 1. Vorstand Adolf Schoy allerdings "unerreichbar", er ist nämlich auch Mitglied der Kieferngartler-Kapelle. Er lief im vergangenen Herbst von Haus zu Haus, suchte Musiker und spielt in der inzwischen 16 Mann starken Siedlerkapelle das Tenorhorn.


Was die Siedler zu diesem Zeitpunkt nicht wissen konnten, die Vorgehensweise der Landessiedlung aber entscheidend beeinflußte, war das Ergebnis einer am 7. September 1956 zwischen den zuständigen Bundes- und Landesbehörden und der Bayerischen Landessiedlung stattgefundenen Besprechung.10 Es wurde festgelegt, "daß die BLS, [...] im Sinne des Vorschaltgesetzes und der dazu ergangenen Durchführungsverordnung zur Abrechnung gegenüber dem Bund, und zwar mit Wirkung auf den 1. August 1951, verpflichtet" war, und zwar unabhängig davon, "ob das von der BLS verwaltete Gelände künftig endgültig für Siedlungszwecke an die BLS veräußert wird oder an den Bund zurückgegeben werden muß." Die insbesondere für August 1951 bis Ende 1953 rückwirkend zu verrechnenden Beträge führten u.a. zu einem zusätzlichen Verwaltungsaufwand. Auch die Ausarbeitung und die Durchführung neuer Landesfinanzierungsrichtlinien - zu verweisen ist hier nur auf die Einarbeitung bzw. Berücksichtigung von Siedlungsförderungs-, Seßhaftmachungs- und Bundesvertriebenengesetzgebung - vom 4. September 1956 - angeglichen an den Bund - hatten die entsprechenden Arbeiten vermehrt. Hinzu kam die Neuregelung des Geschäftsbetriebes der Landessiedlung, die aber noch nicht abgeschlossen werden konnte. Dieser - auch finanzielle Mehraufwand - sollte in Form erhöhter Siedlungsgebühren abgedeckt werden. Aber, auch dies bleibt festzuhalten, aufgrund der nun vorliegenden klaren Richtlinien war "die Grundlage für die Übereignung der Siedlerstellen" nun endlich gegeben, der zeitliche Rahmen aber noch nicht abzusehen.
Hauptthema für die Menschen in der Siedlung waren zunächst im September einlaufende Schreiben der Landessiedlung betreffend Kapitaldienstabrechnungen und die Siedlungsgebühr. Die tatsächlichen Beträge sollten durch einen Gerichtsentscheid ermittelt werden, ein Rechtsanwalt wurde beauftragt, im Interesse der ganzen Siedlung anhand eines Einzelfalles die Feststellungsklage einzuleiten. Die einstimmige Annahme dieser Vorgehensweise durch den vollständig anwesenden Vorstand und Beirat der Siedlerschaft sollte auf der nächsten Mitgliederversammlung am 4. Oktober 1956 bekanntgegeben werden. Zunächst mußte vor allem festgestellt werden, wie hoch die Baukosten vor und nach 1953 lagen, da ja die sogenannte Vollbetreuung durch die BLS erst 1953 begonnen hatte. Bis 19. November 1956 sollten die Leistungen aller Siedler durch ein Auflisten anhand der Siedlernummer erfaßt werden. Dies waren Angaben über das Grundstück in Quadratmetern, den Grundstückskaufpreis, die Anliegerkosten, den Baukosten für das Haus, die Nebengebäude, die Außenanlagen und die Hofbefestigung - und zwar jeweils der Bauabschnitt vor und nach 1953. Hinzu kamen Angaben über die Höhe der Siedlungsgebühren und die Summe der öffentlichen Darlehen.
Mitte Dezember war die Feststellungsklage eingereicht; über die Frage der Aufhebung der Bausperrzone nördlich des Lappenweges war immer noch nicht entschieden worden. Das Ergebnis der Fragebogenaktion machte deutlich, daß - mit Ausnahme der Stellen, die im Jahre 1955/56 errichtet worden waren - deutliche Unterschiede zur Berechnung seitens der Landessiedlung aufgetreten waren. Zudem wurden zahlreiche Siedler bei der Ausfertigung der Anträge gegenüber dem Wiederaufbaureferat zur Erlangung über die Befreiung der Grundsteuer aufgrund der Förderung des sozialen Wohnungsbaues unterstützt. Ende 1956 hatten sich die Forderungen an die Siedler in Freimann - also in beiden Siedlungen - auf 2.835.912,15.- DM erhöht.11 Diese setzten sich zusammen aus Darlehen in Höhe von 2.330.800.- DM, aus Verwaltungskosten und Zinsen von 25.300.- DM und dem Sperrguthaben bei der Bayerischen Staatsbank in Höhe von 479.800.- DM. Auf dem Sperrguthaben lagen von der Landesbodenkreditanstalt bereits bewilligte Darlehensbeträge, die aber der Landessiedlung zur Auszahlung an die Siedler erst nach Freigabe durch das Wiederaufbaureferat der Landeshauptstadt München zur Verfügung standen. Ende des Jahres waren an rund 100 Siedler Zwischenkredite gewährt, die mit 6 % pro Jahr zu verzinsen waren. Die Darlehenssumme der Landesbodenkreditanstalt war bis zum Dezember 1956 um 937.150.- DM auf insgesamt 2.803.973,11.- DM angestiegen, wovon wiederum bereits 45.960,94.- DM getilgt worden waren. Die Darlehen waren im Rahmen des sozialen Wohnungsbaues mit 2 %, Darlehen aus Eigenmitteln der Landesbodenkreditanstalt mit 6 1/2 % und einige Staatsbaudarlehen mit 4 % pro Jahr zu verzinsen, die Tilgungssätze beliefen sich auf 1 %, 2 % und 4 % pro Jahr. Hinzu kamen noch Gebühren für Bearbeitung und Verwaltung.

 

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Ein Bad der frühen Jahre<<207<<

Für die Freimanner Siedler änderte dies alles zunächst nur sehr wenig. Ihre Lage war weiterhin geprägt auch durch Unsicherheit über den Grund und Boden, auf dem sie bauten, denn die Eigentumsfrage war trotz alledem immer noch ungeklärt. Entscheidendes aber tat sich im Wiederaufbaureferat der Stadt. Am 17. Mai 1949 fand in dessen Sitzungssaal eine für die weitere Entwicklung der Siedlungen entscheidende Spartenbesprechung statt.12 Zunächst schilderte Helmut Fischer den anwesenden Vertretern der Referate den bisherigen Werdegang, verwies auf die Problematik hinsichtlich der Nutzung als Baugebiet, dies "sei natürlich im Hinblick auf die in München herrschende katastrophale Wohnungsnot durchaus verständlich", ändere aber nichts an der Problemlage selbst. Die Bautätigkeit habe seit der Besichtigung im Dezember noch zugenommen, nicht zuletzt aufgrund der Unterstützungszusagen seitens des Stadtrats und durch das Verhalten der Militärregierung und des Landwirtschaftsministeriums. Die noch vor kurzen erfolgten Räumungsankündigungen und die Festlegung der Sperrzonen - insgesamt waren 108 Parzellen mit vierzehn bereits errichteten Bauten betroffen - sorgten für weitere Probleme. Zahlreiche Bauten in den Sperrzonen seien inzwischen "bereits abgebrochen worden und befinden sich an anderer Stelle im Wiederaufbau." Die neue Sachlage aufgrund des Gesetzes Nr. 19 verdeutliche einmal mehr die Notwendigkeit einer Steuerung der Bautätigkeit. In den nun einsetzenden Beiträgen der Teilnehmer zeigten sich rasch die nun vorrangig einzuleitenden Maßnahmen.

Durch einen neuen Tekturplan sei es möglich geworden, etwa 120 Parzellen für eine weitere Besiedelung zu erhalten, die Haupterschließungsstraßen sollten zehn, die Nebenstraßen acht Meter Breite aufweisen und in Selbsthilfe der Siedler hergestellt werden. Den Verweisen von Baurat Sperber auf "eine Mindeststraßenbreite von 8,50" Meter für den Fall einer späteren Übernahme, auch hinsichtlich der "Verlegung von Versorgungsleitungen" begegnete Fischer mit dem Hinweis, "daß im vorliegenden Fall Kanalisation und Gasversorgung13 des Gebietes nicht in Frage komme, sodaß nur noch Wasserrohrstränge und die Kabel für die Elektrizitätsversorgung zur Verlegung übrig blieben." Auch "handele es sich hier im gewissen Sinn um eine Kleinsiedlung, für die nach den Bestimmungen über die Förderung der Kleinsiedlung vom 14.9.1937 ein Anschluß an Versorgungsleitungen nicht gefordert und Anforderungen an Breite und Befestigung der Straßen nicht über das unbedingt notwendige Maß hinausgehen dürfen" und "daher ernsthaft zu erwägen [sei], ob die Forderungen hinsichtlich der Straßenbreite nicht herabgesetzt werden könnten." Sperber war damit "einverstanden, wenn die Siedlungsstraßen als Privatstraßen in den Unterhalt der Siedlervereinigung übergehen." Eine herkömmliche Abwicklung des Straßenbaues sei aufgrund der finanziellen Situation der Siedler unmöglich. Er sollte daher von den Siedlern selbst ausgeführt werden "und lediglich vom Straßenbauamt überwacht werden. Die Kosten für das Einwalzen der Straßen [...] [sollten] aus den Mitteln des ordentlichen Haushalts [...] 'produktive Wohnungsfürsorge' gedeckt werden. Die Siedlervereinigung würde dann durch die Stadt verpflichtet werden, die Straßen auf eigene Kosten ordnungsgemäß instandzuhalten."

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Typenplan "C"<<237<<

Eine Kanalisation kam bekanntlich nicht in Frage. Die Ausführung von Trockenabortanlagen sei aus Zweckmäßigkeits- und Kostengründen der Anlage von Versitzgruben vorzuziehen. Die Wasserversorgung, "möglichst billig und [dennoch] ausreichend" sollte über einen Abzweig an einem der beiden Hauptrohrstränge im Bereich der ehemaligen Munitionsbunker erfolgen. Die Stromversorgung sollte in Zusammenarbeit mit den Isar-Amper-Werken geregelt werden, ein noch zu errichtendes Transformatorenhäuschen durch eine Verbindung zum Ausbesserungswerk versorgt werden. Die städtischen Elektrizitätswerke wurden in die Planungen eingebunden, "weil später einmal diese Leitungen von der Stadt München übernommen würden." Obgleich in der Heidemannstraße eine Gasmitteldruckleitung verlegt sei, war eine Versorgung der Siedlung mit Gas aufgrund der hohen Erschließungskosten nicht vorgesehen. Die von Architekt Lindner vorgelegten Pläne der verschiedenen Haustypen wurden von den zuständigen Bauräten "als brauchbar erachtet." Die hieraus resultierenden Anforderungen für eine künftige Abwicklung der besprochenen Maßnahmen seien den Siedlern und ihrer Vertretung entsprechend mitzuteilen.

Ein Rundschreiben der Siedlerschaft - nun bereits als Siedlervereinigung München-Nord im Bayerischen Siedlerbund - vom 6. Juli 1949 verdeutlichte, daß dies auch geschah, und man sich fortan bestimmten Anforderungen schlicht zu fügen hatte, beispielsweise aufgrund der insgesamt sechs verschiedenen Haustypenpläne und der allgemeinen Aufteilung in entsprechende Bebauungszonen.14 Neben dem Verweis auf die Spartenbesprechung mußte zunächst mitgeteilt werden, daß einerseits Siedlern, die die in den Verträgen vorgeschriebenen Arbeiten nicht ausgeführt und teilweise auch keine Pachtzahlungen geleistet hatten, gekündigt worden war. Andererseits konnten so die von der Sperrzonenregelung Betroffenen und auch ein Teil der vorgemerkten Bewerber berücksichtigt werden. Vorrangig wurde die Straßenbaufrage angemerkt, einen weiteren Aufschub in dieser Frage werde es nicht geben. Die ordnungsgemäße Ausführung - Abheben des Bodens bis zur tragfähigen Kiesschicht - sei schlicht notwendig, da sonst die Straßen durch die städtischen Stellen nicht abgenommen werden.

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Johann Hacker<<202<<

"Ihr Leut, was Ihr hier seht
ist behelfsmäßig und klein. Es wird vorerst unsere Verwaltung und Gastwirtschaft sein."

Diese Zeilen aus dem Richtspruch von Hans Hacker anläßlich des Richtfestes der künftigen "Siedlergemeinschaft" verwiesen auf ein Gebäude, das in den kommenden Jahren und Jahrzehnten ein nicht hoch genug einzuschätzender Ort der Zusammenkunft für die Menschen in der Siedlung werden sollte. War dies ein schöner Erfolg der Gemeinschaftsarbeit und für die weitere Entwicklung der Siedlung noch öfters von Bedeutung, so war ein anderes Problem nicht so leicht zu lösen: die Kreditfrage. Die nachfolgende Entschließung der Siedlergemeinschaft hierzu ist aussagekräftig genug:15

München, den 9. Oktober [1949]

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 Entschließung

Die Siedlergemeinschaft München-Nord und jeder einzelne Siedler haben aus eigener Kraft ihr Menschenmögliches getan, um sich auf dem Gelände des ehemaligen Schießplatzes Freimann eigene Wohnstätten zu schaffen. Die Siedler, die sich fast ausschließlich aus Flüchtlingen, Bombensachgeschädigten sowie religiös, rassisch und politisch Verfolgten zusammensetzen, sind nunmehr am Ende ihrer finanziellen Kraft und stellen daher an die Staatsregierung die dringende Bitte, daß ihnen im Rahmen der Soforthilfe raschestens tatkräftig durch Ausreichung von Wohnbaudarlehen geholfen wird.

Jeder einzelne Siedler ist für sich bereit, diese Darlehen vertragsgemäß zu tilgen und für den Fall, daß das Land Bayern dem dringenden Wunsch der Siedler auf Überlassung des Grund und Bodens wenigstens zu Erbbaurecht nachkommen sollte, auch dinglich auf den einzelnen Erbbaurechts-Parzellen an der gewünschten Rangstelle zu sichern.

Die Mittel müssen allerdings sofort fließen, da andernfalls der einbrechende Winter viel geleistete Arbeit wieder vernichten würde.

Der Stadtrat München wird gebeten, die Anliegen der Siedler nach Kräften auch von seiner Seite aus zu unterstützen. 

In seinem Schreiben vom 13. Oktober 1949 bat daraufhin Helmut Fischer den Oberbürgermeister, "die Anliegen der Siedler so weit als möglich zu unterstützen." Sein Referat könne aus Mitteln der Soforthilfe ein Darlehen in Höhe von rund 150.000.- DM zur Verfügung stellen, "mit dem etwa 60 Siedlern auf dem ehemaligen Schießplatzgelände in Freimann noch bis Ende des Jahres die Fertigstellung ihrer meist noch im Rohbau befindlichen Wohngebäude ermöglicht werden kann."

Aufgrund der eigentumsrechtlichen Situation "ist die dingliche Sicherung der Wohnbaudarlehen durch den einzelnen Siedler nicht möglich. Es ist daher beabsichtigt, das Darlehen global über die Bayer. Landesbodenkreditanstalt an die Bayer. Landessiedlungs-GmbH. auszugeben, bis durch Übertragung des Geländes im Erbbaurecht die Sicherung durch die einzelnen Siedler möglich ist."

Zwischenzeitlich war zumindest für das Siedlungsgelände ein Kaufvertrag abgeschlossen worden.16 Bezugnehmend auf das Gesetz Nr. 19 vom 20. April 1949 hatte der Freistaat Bayern, vertreten durch das Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, am 22. November 1949 mit der Bayerischen Landessiedlung die Kaufurkunde notariell abgeschlossen. Bald schon aber zeigten sich neue Probleme: Zwischen dem Finanzministerium der noch jungen Bundesrepublik Deutschland und dem Freistaat Bayern entwickelte sich ein Kompetenzstreit, "wer nun eigentlich von beiden als bürgerlich - rechtlicher Eigentümer der Wehrmachtsländereien in Bayern anzusehen" sei. Die Bereinigung dieser Fragen sollte noch Jahre andauern. Für die Landessiedlung bedeutete dies eine unklare Position hinsichtlich einer geregelten Siedlungstätigkeit, für die Siedler auch in Freimann weitere Ungewißheit über die letztliche Regelung der Übertragung des von ihnen bearbeiteten Grund und Bodens, nicht zuletzt auch der darauf errichteten Wohnstätten, zu ihrem Eigentum.17 Wie bereits angesprochen gelang es zumindest, einige Darlehen aus den sogenannten "Soforthilfemitteln" mit insgesamt 150.000.- DM an die Siedler auszuschütten. Grundlage hierzu waren die Bestimmungen des Gesetzes zur Milderung dringender sozialer Notstände, das sogenannte Soforthilfegesetz vom 8. August 1949. Hilfen waren beschränkt auf "Flüchtlinge, Sachgeschädigte, Währungsgeschädigte und politisch Verfolgte", und wer war das nicht im Freimanner Siedlungsgebiet. Laut Wiederaufbaureferat konnten schließlich auf diese Weise insgesamt 73 Wohnbauten gefördert und in einen besseren Zustand gebracht bzw. ausgebaut werden.

In einem anderen Zusammenhang funktionierte die Zusammenarbeit zwischen der Bayerischen Landessiedlung und den Referaten der Stadt nicht so reibungslos. In wie weit ein Merkblatt der Landessiedlung und dessen Inhalt den Freimanner Siedlern als Richtschnur diente, kann nicht gesagt werden. Möglicherweise, und das befürchtete man wohl auch in den Referaten, hatte es aber dazu geführt, daß man sich falsche Vorstellungen über die tatsächlichen Erschließungskosten machte. In den Referaten der Stadt - insbesondere über die Angaben zu Bau und Erschließung - war man darüber alles andere als glücklich.

Die Stadtwerke - Wasserwerke konnten nicht erkennen, "mit den angenommenen Kostensätzen durchzukommen", besonders "nicht mit den als 'tragbar' bezeichneten Erschließungskosten für Wege, Wasserleitung, Abwässerbeseitigung und Stromzufuhr, d.h. für eine Siedlerstelle mit 1500 DM." Die Stadtwerke - Elektrizitätswerke erwarteten zunächst genauere Planunterlagen und verwiesen darauf, "daß Teile des Stadtgebietes noch im Versorgungsgebiet der Isar- bezw. Amperwerke liegen, deren Anschlußkostenberechnung von derjenigen der Stadtwerke abweicht." Der Bau einer Trafostation durch den Siedlungsträger sei notwendig, Stromzuführung und Ausrüstung der Anlage werden von den Stadtwerken übernommen. Aus Kostengründen komme wohl lediglich ein Freileitungsnetz auf öffentlichem Grund in Frage, Anschluß hieran durch die "Abnehmer auf eigene Kosten." Nach einer Mitteilung durch das Stadtbauamt - Tiefbau lagen die Kosten für eine "Entwässerungsanlage mit Anschluß an eine Klär- und Versitzgrube" bei 1.350.- DM, zusammengesetzt aus den Kosten für die Erdarbeiten (302.-), für die Rohrleitungen (285.-), für die Einrichtungsgegenstände (240.-) und schließlich "Sonstiges" (523.-). Gleich zu Beginn stellte die Städtische Straßenbeleuchtung fest, daß die "zu beleuchtenden Straßen in Kleinsiedlungen [...] im allgemeinen auf lange Zeit hin nicht im Unterhalt der Stadt [stehen], sodaß die Siedler zur Beleuchtung ihrer Straßen selbst verpflichtet sind" und nach Einrichtung einer Beleuchtung durch "eine Pauschalgebühr für Amortisation, Unterhalt, Bedienung, Lampenersatz und Stromkosten" aufzukommen haben. Und für diese Abwicklung war vor allem maßgebend: "Voraussetzung für die Einrichtung und den Betrieb einer Straßenbeleuchtung in Siedlerstraßen ist die Bestellung eines Rechtsvertreters der Siedler oder Zusammenschluß in einen Verein oder eine Interessengemeinschaft, die das Inkassogeschäft der verhältnismäßig kleinen Einzelpauschalbeträge übernimmt und Gewähr dafür bietet, daß der jährliche Gesamtbetrag für die Straßenbeleuchtung reibungslos abgeführt wird." Das Stadtbauamt - Tiefbau widmete sich auch noch den Kosten für die Straßenerschließung. In "normalen Gelände kann bei einer Straßenbreite von 8,5 m und bei einfachstem Ausbau in Kiesmakadam mit Entwässerung mit einem Durchschnittspreis von ca. 35.- bis 40.- DM / lfdm anteiliger Straßenfront gerechnet werden." Daran anschließend aber auf einen noch entscheidenderen Punkt verweisend: "Allerdings werden derartige Straßen nicht in den Unterhalt der Stadt übernommen, sondern sind von den Anliegern zu unterhalten."

Auch in einer am 19. Januar 1950 stattfindenden Spartenbesprechung im Wiederaufbaureferat zeigten sich noch einmal die wesentlichen Vorbehalte der Referate bezüglich der gesamten Siedlungstätigkeit in Freimann.

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Schuljahr 1950/51

Nachdem zunächst festgehalten werden konnte, daß der in Planung befindliche nördliche Autobahnring nun weiter nach Norden verlegt werden sollte, kam man dann auf die "Erweiterung der Gartensiedlung" zu sprechen. Nach wie vor gehe es darum, "aus dem vorgefundenen Bestand in planerischer Hinsicht noch die bestmögliche Lösung zu erzielen. Die Schulfrage, die Polizei- und Feuerschutzangelegenheit seien noch nicht geklärt, während die Verkehrsverhältnisse als äusserst ungünstig zu bezeichnen seien." Es "müsste zunächst die bereits bestehende Siedlung restlos gefüllt" werden und es könne eine Ausdehnung, genauer "vom Planungsstandpunkt aus die Erweiterung der Gartensiedlung nach Norden nicht gutgeheissen werden." Zudem sei endlich die "Vermessung des Siedlungsgeländes" durchzuführen. Der Straßengrund im Siedlungsbereich sollte auf Veranlassung durch die Landessiedlung an die Stadt abgetreten werden, die bei der Erschließung aber keinerlei Kosten übernehmen könne.

Und eines darf hier nicht vergessen werden: Die Bayerische Landessiedlung hatte mit den Freimanner Siedlern ja auch entsprechende Pachtverträge abgeschlossen, die nicht nur Pflichten für die Pächter beinhalteten.20 Über die Lage und die Situation der Menschen östlich und westlich des Schießplatzes wurde Ende Mai und Anfang Juni 1950 auch in der Münchner Presse schwerpunktmäßig berichtet. Einerseits kommt hier zum Ausdruck, unter welch schwierigen Bedingungen schon so manches geleistet werden konnte, worauf es vor allem aber noch ankam und wie sich die Siedlungen bereits auch auf die Gesamtsituation in Freimann auswirkten.

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Großer Bauplatz München-Nord 

Siedlungshäuser und Wohnblöcke entstehen / Kriegsgeschädigte werden bevorzugt 

(SZ) Das Gelände im Münchner Norden bietet Tausenden von Flüchtlingen und Ausgebombten die Möglichkeit, sich ein Heim zu schaffen. Durch die (zunächst nichtgenehmigte) Besiedlung entstand während der letzten 4 Jahre auf dem Militärschießplatz Freimann eines der derzeit umfangreichsten Projekte dieser Art in München. Das 10 Hektar große Gebiet auf der Fröttmaninger Heide gehört seit 1949 der Bayerischen Landessiedlung und ist in die Siedlergemeinschaft München-Nord und die Kieferngartensiedlung, zusammen 580 Grundstücke zu durchschnittlich 600 Quadratmetern, aufgeteilt. Obgleich bisher erst 74 Familien Zuschüsse aus Soforthilfegeldern in einer Gesamthöhe von 150000 Mark erhalten haben, sind nur noch 20 Plätze unbebaut. Johann Großkopf, der Initiator dieser Selbsthilfe-Aktion, hofft, daß jedem Siedler, der seine Arbeiten bis zu einem gewissen Abschnitt vorangetrieben hat, ein Kredit von 3000 Mark zugestanden wird. Die Siedlerstellen wurden bereits an 55 bis 70 Prozent Flüchtlinge, 20 bis 35 Prozent totalfliegergeschädigte, evakuierte Münchner und 10 Prozent sonstige Wohnungssuchende vergeben. [...]

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Die Kirche auf dem Schießplatz

Neue Siedlerstadt im Norden - Besichtigungsfahrt der Gesamtkirchengemeinde 

Galt die erste Besichtigungsfahrt der Kath. Gesamtkirchengemeinde München den "Kirchen, in die der Himmel schaut", wie wir unseren Bericht von damals überschrieben, so sollte diese Fahrt den Vertretern der Pfarreien, des Kultusministeriums, der Landessiedlungsgesellschaft, der Presse und dem Rundfunk die Wohnungs- und Seelsorgenot im Industrie- und Siedlungsstreifen München Nord vor Augen führen.

Nach einem kurzen Besuch in der St.-Albert-Kirche in >>5>>Freimann<<5<< und einem Abstecher in das Dominikanerkloster, das in allen Räumen mit peinlicher Sauberkeit aufwartete, wurde der Schießplatz von Freimann erreicht. Zahlreiche kleine Giebelhäuser sind dort von fleißigen Siedlern buchstäblich aus dem Nichts erbaut worden, ständig wachsen neue Häuser heran. Die Obleute der Siedlungen am Schießplatz, Kreupl und Großkopf, erzählen von den zahllosen Schwierigkeiten, die ihnen von den verschiedensten Behörden beim Aufbau in den Weg gelegt werden. "Wir wollen uns ja an eine Ordnung halten, aber wir wollen nicht schikaniert werden." Zum Bau der Häuschen wird neuerdings der Bauschutt zerstörter Kirchen verwendet. So wanderten Trümmer der Josephskirche schon durch das Brechwerk und wurden zu neuen Hohlblöcken gegossen. Der Aufbau kommt den Siedlern damit wesentlich billiger. Dringend gebraucht werden am Schießplatz eine Schule, ein Kindergarten und eine Notkirche. Ein Kindergarten, der zugleich als Notkirche dient, wird deshalb noch heuer auf dem Gebiet des ehemaligen Pistolenschießplatzes errichtet. Die notwendigen Mittel wurden von der Gesamtkirchengemeinde sofort an Ort und Stelle genehmigt, am Bau helfen die Siedler mit. Später, wenn die Eigentumsrechte geklärt sind, werden Schule, Kindergarten und Kirche mitten auf den großen Schießplatz verlegt.

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Jetzt floß die Milch !

Die zuständigen Referate waren über die bisherige Entwicklung in Freimann bekanntlich alles andere als glücklich und hatten dies ja auch entsprechend vermerkt.22 Am 31. August 1950 konnte das Wiederaufbaureferat schließlich mitteilen, daß der Bayerischen Landessiedlung für die Siedlungen in Freimann insgesamt 106.000.- DM durch den Finanzierungsausschuß des Münchner Stadtrates zur Verfügung gestellt worden waren.23 Dies waren Mittel in Form eines öffentlichen Darlehens in Höhe von 67.000.- DM und "sogenannte Ergänzungsdarlehen für Flüchtlinge" in Höhe von 39.000.- DM. Über die Bayerische Landesbodenkreditanstalt erfolgte die Auszahlung der Mittel zur weiteren Vergabe an die Landessiedlung.

Das Wiederaufbaureferat erwartete von der Landessiedlung, "daß nur die Objekte beliehen werden, die bereits über den Rohbau hinaus gediehen sind und bezugsfertig gemacht werden können, außerdem Objekte, deren Rohbausubstanz gefährdet ist und daher winterfest gemacht werden müssen. Es ist nicht zulässig, Vorhaben, die nicht über die Kellerdecke hinaus gediehen sind, mit Darlehen zu bedenken. In Fällen, bei denen durch die Darlehensgewährung die Bezugsfertigkeit der einzelnen Häuschen erreicht wird bezw. erreicht werden soll, muß unbedingt gesichert sein, daß eine ordnungsgemäße Entwässerungsanlage (Kläranlage) bereits vorhanden ist oder zumindest noch geschaffen wird. Grundsätzlich soll kein Siedler mehr als 3'000.-- DM als Darlehen erhalten." Nachweise für die Berechtigung nach dem Soforthilfegesetz waren zu erbringen. Zudem wurde ausdrücklich darauf verwiesen, daß man "zur Zeit mit Zuteilung von öffentlichen Mitteln für die Gartensiedlung Freimann aus dem Kontingent der Stadt München nicht mehr rechnen kann", daher sei "dringend davon Abstand zu nehmen, weitere Siedler zum Baubeginn oder zu einem zur Zeit unvertretbaren Weiterbauen auf dem hier in Frage stehenden Gelände zu ermuntern." Nach dem eindeutigen Verweis auf eine künftige, rigorose Anwendung des § 81 der Bauordnung der Landeshauptstadt München gegenüber den Siedlern und dem Träger, stand am Schluß der deutliche Vermerk: "Nach unserer Auffassung dürfte es auch im Interesse der Bayer. Landessiedlung liegen, zunächst einmal die bestehende Siedlung in einwandfreier Weise zu bereinigen."

Im Herbst 1950 konnte Wiederaufbaureferent Helmut Fischer dann festhalten, daß von den insgesamt 8 Millionen DM, die das "Hauptamt für Soforthilfe" für "Kleinsiedlungen in Bayern zur Verfügung gestellt" hatte, "auf München 364000 DM treffen." Hiervon waren für den Kieferngarten 67.000.- DM, für die Gartensiedlung 133.000.- DM vorgesehen, "um die für Bauvorhaben auf dem ehemaligen Schießplatz von Freimann [...] bewilligten allgemeinen staatlichen Baudarlehen damit abzulösen." Zusammenfassend blieb festzuhalten - das Wiederaufbaureferat hat das im März 1951 auch getan - daß eine Unterstützung der Siedlungen insoweit möglich gewesen war, "daß die Baulinienanträge bei der Lokalbaukommission vorgelegt werden konnten" und aufgrund der Vermessung "der Unterbau der Straßen in Selbsthilfe" ermöglicht worden war. Man verwies noch einmal auf die Darlehen in 1949 (150.000.- DM) und in 1950 (DM 200.000.- DM).

Die Arbeiten wurden vor allem durch die Erwachsenen geleistet, die Kinder halfen bekanntlich mit, die Jugendlichen dagegen hatten entschieden mitzuarbeiten. Daß sie sich auch nach anderen "Betätigungsmöglichkeiten" nicht nur umsahen, ist verständlich. So hat beispielsweise die sportliche Betätigung hier über ihre eigentliche Funktion hinaus eine wichtige Ausgleichsmöglichkeit geschaffen, die insbesondere für die Jugendlichen aus den Siedlungen von entsprechender Bedeutung war. Die Flächen nördlich des Schießplatzes - sofern nicht geschossen wurde und die immer wieder durch die Panzer umgefahrenen Torstangen wieder aufgestellt waren - wurden als "Spielfeld" genutzt.

"Rot-Weiß-Freimann"<<523<<

Waren die Jugendlichen eindeutig in den Aufbauprozeß der Siedlung miteingebunden, so hatten die Kinder, neben der Mithilfe, noch genügend Freiraum. Der "große Spielplatz" im Westen der Siedlung war zwar gefährlich und das Betreten nicht nur durch die Eltern verboten, aber wohl gerade auch deshalb von entsprechender Anziehungskraft. Wurde man - in der Regel beim Munitionsaufsammeln - auf ihm erwischt, drohte als schlimmste "Strafe" das Einsperren in den Latrinen, aus denen man aufgrund entsprechender "Erfahrung" aber rasch wieder "entkommen" konnte. Besondere Momente waren die regelmäßig nördlich der Siedlung stattfindenden Luftlandemanöver der Amerikaner. Für das Aufrollen von so manchem Lastenfallschirm erhoffte man sich eine Gegenleistung, und in der Regel gab es für die jüngeren Hershey, für die schon etwas älteren andere Dinge aus dem PX.

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Otto Hundsdorfer und seine Klasse vor dem Schulneubau von Sep Ruf Mitte der 50er Jahre

Neben dem "Wellenbad" in der "Flori" konnte man - in beiden Fällen die Fähigkeit zum Schwimmen vorausgesetzt - zumindest zu Beginn der 50er Jahre auch noch im "Wiesmayr'schen Weiher" in den Isarauen zum Baden gehen, die zudem der wohl schönste Freimanner "Spielplatz" waren. Die in den "Freimanner Lichtspielen" veranstalteten Sondervorstellungen zeigten vielen Kindern und Jugendlichen auch eine andere Welt auf. Eine "andere Welt" war auch die Anlage des Tennisclubs Iphitos. Ein Posten als Balljunge, für den es neben zehn Pfennigen pro Stunde alte Schläger und Bälle gab, mehr als begehrt und entsprechend schwer zu bekommen.

Ein im Sommer 1951 verabschiedetes Gesetz zeigte u.a. auch auf, mit wem man es als Siedler in Freimann nun auch noch zu tun hatte. Aus dem "Gesetz zur vorläufigen Regelung der Rechtsverhältnisse des Reichsvermögens und der preußischen Beteiligungen" vom 21. Juli 1951 - dem sogenannten Vorschaltgesetz -war auch ersichtlich, daß "die Übereignung des Wehrmachtslandes durch den Bayerischen Staat an die Landessiedlung von der grundsätzlichen Genehmigung des Bundesfinanzministeriums und der Zustimmung der 'Dienststelle Blank' abhängig gemacht" worden war.

Für die Menschen in den Siedlungen aber waren zu diesem Zeitpunkt andere Probleme zu lösen. Neben den eigentlichen Bauarbeiten waren die Sommermonate dieses Jahres ausgefüllt mit den bekanntlich auch unter Mitarbeit der Siedler auszuführenden Arbeiten an den Haupterschließungsstraßen der Siedlung, also der späteren Kieferngartenstraße, des Schlößlangers, der Wirtsbreite und des Lappenweges.24 In einer Mitteilung eines Außendienstmitarbeiters des Stadtbauamtes - Straßenbau vom 25. September 1951 an seine Dienststelle betreffend den Straßenausbau in der Kieferngartensiedlung wird deutlich, welche Probleme hierbei auch auftraten. Mit Planiergeräten - auch durch Unterstützung der amerikanischen Armee - wurde zunächst die magere Humusschicht abgeschoben. Vielfach kamen hier wiederum die in den vergangenen Jahren mit unterschiedlichstem Material aufgefüllten Bombentrichter, Laufgräben und dergleichen zum Vorschein. Die ordnungsgemäße Unterbauherstellung im Bereich der Haupterschließungsstraßen war nicht immer gleich gut ausgeführt, die Kiesauffüllungen, und das zeigte sich spätestens beim Einwalzen, nicht immer ausreichend. Die für eine ordnungsgemäße Ausführung notwendigen Maßnahmen erforderten in den kommenden Jahren noch so manche Aus- und Nachbesserung, um den Status einer rein notdürftigen Zuwegung abzubauen. Andererseits muß man aber auch festhalten, daß die Qualität der Ausführung der ausschließlich durch die Siedler selbst erschlossenen Straßen und Wege nicht selten dem mit Hilfe von Firmen ausgeführten Straßenbau mehr als standhalten konnte.

Besonders eine Straße trat nun verstärkt in den Vordergrund. Im Herbst 1951 zeichnete sich nun endlich auch eine Möglichkeit ab, die mehr als unbefriedigende Situation im Bereich der Heidemannstraße zu beheben, oder, wie Thomas Wimmer es einmal nannte, "den untragbaren Zustand in der Heidemannstrasse zu beseitigen."25 In Zusammenarbeit mit dem Amt für Vermögensverwaltung, der amerikanischen Armee und der Stadt München sollte ein ausreichender Unterbau erstellt und eine den Ansprüchen weitgehend genügende Straßendecke erstellt werden. Daß der Weg hierzu auch zu Differenzen zwischen einem in dieser Angelegenheit altgedienten Bezirksausschußvorsitzenden und einem aufstrebenden Sektionsvorsitzenden führte, sei nur am Rande erwähnt. Entscheidend war, daß der praktikable Ausbau der Heidemannstraße nun endlich angegangen und in den kommenden Jahren dann auch ausgeführt wurde.

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Farbe für die Siedlung<<185<<

Auch die Stromversorgung der Siedlung kam zu diesem Zeitpunkt entschieden voran. Aus einem "Antrag auf Herstellung eines Hausanschlusses" an die Isarwerke GmbH München vom 12. Oktober 1951 für ein Haus am Harrisfeldweg sind die hierfür nötigen Leistungen ersichtlich. Die Kosten der "Herstellung der Hausanschlußleitung" - ein sogenannter Zweileiter-Hausanschluß in Aluminium 25 mm2 - und die Kosten für "Lieferung und Montage des Zählers" betrugen 58,70.- DM, der sogenannte "Teuerungszuschuß für Netzerweiterung (gemäß Runderlaß Nr. 6/49 der Verwaltung für Wirtschaft vom 29.4.1949)" belief sich auf 51.- DM, die "Inbetriebsetzungskosten" auf 6,30.- DM, zusammen waren also 116.- DM zu begleichen. Es galt der Tarif W 8, der Grundpreis für die Wohnung mit drei tarifpflichtigen Räumen (Küche und zwei Schlafzimmer) betrug monatlich 2,50.- DM, der Arbeitspreis je Kilowattstunde wurde mit 8 Pfennigen verrechnet.26

Daß zum Jahresende 1951 am Kieferngarten nicht nur schon einiges geleistet worden war, sondern dies auch anerkannt wurde, zeigte sich in einem Schreiben von Oberbürgermeister Thomas Wimmer an den Kieferngarten - Vorstand vom 6. November 1951. Hierin bedankte er sich für ein Photoalbum, "das in gutgelungenen Lichtbildaufnahmen das Werden und den erfreulichen Fortschritt der Kieferngartensiedlung in Freimann erkennen lässt" und gleichzeitig "die grossen Schwierigkeiten der Arbeiten" verdeutlicht, "die zu leisten waren bis das erstand , was heute die Bilder zeigen." Festzuhalten bleibt für das zu Ende gehende Jahr 1951 aber auch, daß sich einige Siedler zu einem über viele Jahre hin sehr erfolgreichen Verein zusammenschlossen, der allen Bewohnern der Siedlungen, auch darüber hinaus, wahrlich mehr als einmal Grund zur Freude gab: der Zusammenschluß zum "Gesangverein Siedler-Sänger-Runde München-Freimann".

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Josef Röckel, Chorleiter auch der "Siedler-Sänger-Runde"<<192<<

Auch in einer Stadtratssitzung vom 21. Februar 1952, die sich zwar vornehmlich mit einer anderen im Entstehen begriffenen Freimanner Siedlung befaßte, wurden die bisher erzielten Fortschritte an den "Schießplatzsiedlungen" noch einmal hervorgehoben. Rückblickend auf die vergangenen Jahre hielt nicht nur Walther Wüstendörfer fest: Als Stadträte haben wir "unsere Mitarbeit und unser Verständnis nicht versagt, und heute stehen dort unten wohl geordnet, wohl sanktioniert, vom Referat 12 [Wiederaufbaureferat] bestens unterstützt, ich glaube, an die 600 Siedlerstellen, eine schöne wie die andere. [...] Diese Leute haben durch eigene Arbeit Enormes geleistet." Und zu erbringende Leistungen standen noch genügend an. Gerade hinsichtlich des weiteren, ordnungsgemäßen Straßenausbaues in den Siedlungen hielt Oberbaurat Sperber in einem Schreiben an das Wiederaufbaureferat vom 24. März 1952 noch einmal ausdrücklich fest, daß "auf sofortiger Fertigstellung des Straßenunterbaues (Kiesauffüllung und Walzung) einschl. Einbau der Straßenentwässerungsanlage bestanden werden" muß.27 Bereits heute seien für den "zu einem späteren Zeitpunkt durchzuführenden übernahmefähigen" Endausbau der Straßen und Wege "die hiefür voraussichtlich anfallenden Kosten durch Eintragung einer Straßenkostenhypothek zu sichern." Auch wenn es um den Hausbau ging, zeigten sich nun die Auswirkungen der strikten Vorgaben und vor allem deren entschiedene Umsetzung durch die zuständigen Stellen. Einem Siedler wurde beispielsweise nach einer Ortsbesichtigung eine Finanzierungshilfe nicht gewährt, da die "errichtete Siedlerstelle eine größere Abweichung von den für die dortige Siedlung geltenden Typenplänen" aufwies.

Auch die Frage nach Klärung der Eigentumsfrage war zu diesem Zeitpunkt wieder verstärkt in den Vordergrund gerückt.28 Die Bayerische Landessiedlung hatte im Februar 1952 für alle ihr übertragenen, ehemaligen Wehrmachtsgrundstücke und die hiermit einhergehenden Kaufverträge, - damit natürlich auch für die Freimanner Siedlungen -, "Einzelanträge auf Erteilung der nachträglichen Genehmigung" gestellt. Aufgrund des Vorschaltgesetzes liefen diese zunächst an die Oberste Siedlungsbehörde, also an das Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. Am 26. März 1952 wurden die Anträge dann an das Bundesfinanzministerium weitergeleitet, um diesen dann, auch im Einvernehmen mit dem Bundeskanzleramt - Dienststelle Blank, "nachträglich zuzustimmen." Eine Lösung der Frage stand auch schon deshalb an, da aus den Pachtverträgen der einzelnen Siedler eine Klärung der Eigentumsfrage anstand. Der zuständige Regierungsdirektor im Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten wies in einem Schreiben an die Oberen Siedlungsbehörden in den Regierungsbezirken vom 21. Juli 1952 auf die Übertragung der Siedlerstellen in das Eigentum der Siedler auch unter Berücksichtigung des Vollzuges der Bestimmungen aus dem Gesetz zur Beschaffung von Siedlungsland und zur Bodenreform hin. Zutreffend verwies er auf den Umstand, daß Pächter, die sich bewährt hatten und ihren Verpflichtungen nachgekommen waren, "auf Antrag das Siedlungsland zu Eigentum zu übertragen" ist.

Auch berechtigten Anträgen konnte aber zu diesem Zeitpunkt noch nicht entsprochen werden. Ein entscheidender Grund hierfür war, daß die Verhandlungen über die "Richtlinien über die Ansiedlung auf dem Lande" vom 24. September 1951 und die hieraus beabsichtigte Festlegung einer geregelten Dauerfinanzierung unterbrochen worden waren, "weil der Erlaß von Bundesfinanzierungsrichtlinien in Aussicht gestellt [worden] war, denen die bayerischen Richtlinien angepasst werden sollten." Tatsächlich aber hatte sich "gezeigt, daß mit dem Erlaß allgemeiner Bundesrichtlinien in absehbarer Zeit kaum zu rechnen ist." Bayerische Richtlinien waren deshalb erneut in Arbeit, im Herbst sei mit einer Regelung zu rechnen. "Grundsätzlich wird die Übereignung der Siedlerstelle so vorgenommen werden, daß die Rechtswirkungen der Übereignung rückwirkend vom Tage der Beendigung der dreijährigen Bewährungsfrist eintreten." Die Bayerische Landessiedlung müsse daher "bis zur Übereignung Zwischenpachtverträge" abschließen. Die hierin u.a. auch enthaltene "Erhöhung des Pachtpreises und die Übernahme von Steuern und Abgaben" habe aber zu einer Verunsicherung vieler Siedler geführt.

Grundsätzlich hielt man deshalb fest: "Da die Übereignung der Siedlerstelle mit Wirkung vom Ablauf der dreijährigen Bewährungsfrist vorgenommen werden wird, müssen zur Vermeidung wesentlicher Nachzahlungen nach Ablauf der Bewährungsfrist die Leistungen des Siedlers annähernd jene Höhe erreichen, die bei Übereignung der Siedlerstelle in der Kaufurkunde vereinbart werden wird. Die Anrechnung der Mehrleistungen nach dem Zwischenvertrag auf die im späteren Kaufvertrag vorgesehenen Leistungen ist gewährleistet." Deshalb, und dies blieb aufgrund der Situation festzuhalten, war auch die Bayerische Landessiedlung angewiesen, "sich bei bietender Gelegenheit die in Frage kommenden Siedler und die in ihrem Bereich tätigwerdenden Zusammenschlüsse der Siedler geeignet aufzuklären und darauf hinzuweisen, daß die Stellung von Anträgen auf Übereignung der Siedlerstelle derzeit unzweckmäßig ist."


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Herzlichen Dank an Herrn Alexander Klotz der uns den gesamten Text zur Verfügung gestellt hat.

© dieter Rohsa, Alexander Markus Klotz, Karl Reitmeir,
Christian Ude, Eduart Lukas, Siedlerschaft Kieferngarten

 

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Letzte Änderung am 01.06.2014