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Sehr verehrte
Siedlerrinnen und Siedler,
für unsere Chronikseite suchen wir noch Bildmaterial
aus alten Zeiten, besonders von den ehemaligen
Gaststätten , Kramerläden und sonstige Unternehmen die es alle
im Kieferngarten gab..
Ich würde mich über Ihr Bildmaterial sehr freuen!
Infos bitte an Ihren Webmaster
Dieter ich melde mich dann umgehend bei Ihnen.
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"Zum 60.Geburtstag der Kieferngartensiedlung"
Sie können uns
gerne Ihre Eindrücke vom Festtag in unser Gästebuch schreiben..
Wir würden uns darüber sehr freuen..
Hier
haben wir alle Bilder vom Fest eingestellt...
Viel Spaß und an allen nochmals herzlichen Dank für den schönen Tag!
Bild anklicken dann kommen sie jeweils zum Foto Album
(Im Fotoalbum das 1.Bild anklicken um das Album zu Starten)

1.Aufbauarbeiten am Samstag 18
Juli
2.Aufbauarbeiten vor dem Fest am 19 Juli
3. Abbauten am 19 Juni und 20 Juli
Alle ehrenamtlichen Helfer haben am
Samstag vor dem Fest bei einem Sauwetter die ersten
Vorbereitungen im Biergarten "BOCK" und auf der Straße
getroffen. Am Festtag morgens wurden dann noch die Zelte, Bänke
und Deco zusammen mit unseren Frauen aufgebaut. Am Montag nach
dem Fest sind die restlichen Abbauarbeiten vollbracht worden.
Allen die dazu beigetragen haben einen herzlichen Dank!
Auch der Freiwilligen Feuerwehr von Freimann herzlichen Dank für
die Anlieferung der Sandsäcke für die Zeltsicherungen!
Foto Album
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60 Jahrfeier
Kieferngarten am 19 Juli 2009
Um 10Uhr30 begann unser Festtag mit einem
"Ökumenischen Festgottesdienst"
an der Kreuzung Schlößlanger / Wirtsbreite unter freiem Himmel.
Ptr. Ellinger zusammen mit Pater Günther
hielten den Festgottesdienst ab.
Zahlreiche Bewohner der Kieferngartensiedlung und fremde Gäste
besuchten diesen schönen Gottesdienst der uns allen unvergessen
bleibt. Die Fürbitten trugen einige Siedler mit Ihren Kindern
vor. Zur musikalische Begleitung spielten die "Bayerischen
Klangperlen" in kleiner Besetzung zum Festgottesdienst. Es war
eine sehr schöne Messe, dafür herzlichen Dank an unsere
Kirchenvertreter.
***Danke***
Foto Album |

(Auf das Bild klicken ist
dann groß)
Dem Festausschuss hier nochmals einen
herzlichen Dank für Ihren Einsatz.. |

Ein Kabarett der bayerischen
Mundart
von Martin Wichary, alias"Wiggerl" vom Schmunzeln bis zum
Gelächter hielt er unsere Gäste bei guter Stimmung. herzlichen
Danke für Deinen Auftritt bei uns im Kieferngarten.
Foto Album |


(Auf das Bild klicken ist
dann groß)
Herzlichen Dank an das BRK München Freimann für Ihre
Unterstützung
Link zum BRK-Freimann |


(Auf das Bild klicken ist
dann groß)
Herzlichen Dank an die
Freiwillige Feuerwehr München Freimann für Ihre Unterstützung
Link zur
Feuerwehr Freim. |
Maria Peschek alias
"Paula Pischl"
mit Ihren kabarettistischen Einlagen begeisterte Sie unsere
Gäste und strapazierte deren Lachmuskeln..
Für Ihren Auftritt hier im Kieferngarten nochmals
herzlichen Dank!
Foto Album |

60 Jahrfeier Kieferngarten am 19 Juli 2009
Diese Mitglieder erhielten eine
Auszeichnungen vom Landesvorsitzenden des
Eigenheimerverbandes Bayern e.V.
Herrn Heinrich Rösl (Bild
links) für besonders aktive
Tätigkeiten
beim Siedlerverein Kieferngarten-München Freimann
Foto Album |

60 Jahrfeier
Kieferngarten am 19 Juli 2009
Bilder von unseren Besuchern
aus dem Kieferngarten, den Nachbarsiedlungen und aus weiter
Ferne!
Allen einen herzlichen Dank
für diesen schönen Tag mit Ihnen zusammen..
Foto Album |

60 Jahrfeier Kieferngarten am 19 Juli 2009
Der 1.Vorsitzende der Siedlerschaft
Kieferngarten ehrte die Leistungen der einzelne Mitglieder mit
einem Blumenstrauß für Ihre Leistungen um die
Festschrifterstellung. Von den Annoncen, Gestaltung,
Schreibarbeiten bis hin zum Druck und die Zustellung der
Einladungen und Festschriften an unsere Bewohner vom
Kieferngartenaustragen.
Auch seine Frau hat einen Blumenstrauß verdient!
Herzlichen Dank an alle die auch hier nicht gezeigt wurden.
Dazu gehört natürlich unser Festausschuss der dieses Fest erst
möglich machte, Euch einen besonderen Dank..
Foto Album |

60 Jahrfeier Kieferngarten am 19 Juli 2009
Musikalische Unterhaltung vom
Nachmittag bis in den späten Abend spielten
" Die drei Musketiere"
unter der Organisation von unseren Carlo der uns auch beim
Festausschuss sehr unterstützte!
Ihm und seiner Truppe einen herzlichen Dank für die klasse
Musik..
Es war für alle Generationen eine tolle Musik..
***Danke***
Foto Album |

60 Jahrfeier Kieferngarten am 19 Juli 2009
Ein Team von Helfern betreuten
unsere Kinder,
allen einen herzlichen Dank!
Die Freiwillige Feuerwehr von Freimann stellte ein
Einsatzfahrzeug mit Ihrer Mannschaft zu Verfügung,
Schminkabteilung, Dosenwerfen, Ringwerfen, Basteln, Nagelbrett,
Malwettbewerb und es kam auch noch der Eismann vorbei.. Rundum
waren unsere Kinder glücklich...
Foto Album |

60 Jahrfeier Kieferngarten am 19 Juli 2009
Viele Siedlerinnen und Siedler
haben uns zum Festtag über 30 verschiedene Kuchen und Torten
gestiftet! Alle Kuchen und Torten waren so gut, dass kein
Stückchen übrig blieb!
Herzlichen Dank für diese Meisterleistungen!
Natürlich wurde das Kuchenbuffet
festlich von unseren Helferinnen eröffnet..
Foto Album |

60 Jahrfeier Kieferngarten am 19 Juli 2009
Hier sind nur
einige
Ehrengäste genannt!
Allen einen herzlichen Dank, dass Sie mit uns diesen Festtag
verbracht haben.
Johannes Singhammer
Bundestagsabgeordneter (Bild re.),
Dr.
Ludwig Spaenle, Bayer. Kultusminister,
Richard
Quaas Stadtrat CSU, Mitglied im Ältestenrat,
H. Werner.
Lederer -
Piloty Vorsitzender.
des
Bezirksausschusses,
Prof. Heckel, Direktor des Deutschen Museums,
Heinrich Rösl, Landesv. Bayer. Eigenheimerverb.
Hannelore Wilhelm, Mitglied des Landesv. Bayer.
Eigenheimerv.
Vorstände der Auensiedlung, Grusonsiedlung und
Reichskleinsiedlung,
Fr. Joas vom Heideflächenverein, H. Benkwitz,
H. Neumann ESV, H. Friedl SC, Herr Ernst Hrabak,
H.Rupp
Alexander Klotz ,Historiker, Ersteller unserer Chronik 1999
Foto Album |

60 Jahrfeier Kieferngarten am 19 Juli 2009
Unser
"Roider Jackl vom Kieferngarten"
Klaus Rollmann brachte seine Gstanzl passend zur
Kieferngarten-Siedlung,
eine super Überraschung für uns alle...
Herzlichen Dank!
Foto Album |
Jeder Bewohner vom Kieferngarten hat eine Festschrift (Chronik) kostenlos
erhalten! Die Druckauflage unsere Festschrift 1500 Stück.

Das war unsere Einladung mit Programm
zum Straßenfest am 19.Juli 2009 (PDF Datei
) |

60 Jahrfeier Kieferngarten am 19 Juli 2009
Unsere "Bayerischen
Klangperlen" unterstützten unsere Festlichkeiten bereits zum
Gottesdienst und anschließend in großer Besetzung bis zum frühen
Nachmittag.
Ihnen einen herzlichen Dank!
Foto Album |
60 Jahrfeier Kieferngarten am 19 Juli 2009
Herzlichen Dank an die Schlösslschänke
für Eure Unterstützung!
Link zur Unternehmensseite:
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60 Jahrfeier Kieferngarten am 19 Juli 2009
Herzlichen Dank an das Gasthaus Bock
für Euere Unterstützung und
Bereitstellung
der Flächen und Biertische bis hin zur Bewirtung!
Link zur Unternehmensseite:
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Luftbild von Freimann über den
Kieferngarten
bis hin zur Fröttmaninger Heide

(Auf das Bild klicken wird
dann groß)
Bild © 2009 by Dieter Rohsa 7.9.2009 |
Luftbild "60 Jahre
Kieferngarten" vom 7.9.09

(Auf das Bild
klicken wird
dann groß)
Bild © 2009 by Dieter Rohsa 7.9.2009 |
Herr Alexander Markus Klotz hat uns freundlicher
Weise noch unzählige Bilder von der
60 Jahrfeier zur Verfügung gestellt.
Hier sind die einzelnen Links:
Auszüge aus der Chronik vom Juli 1999
zum
50.jährigen Siedlerfest
Gründungsjahr 1949
bitte beachten Sie, dass alle Schriftstücke sowie
Bilddarstellungen dem Urheberecht unterliegen.
Wir werden die Chronik ständig erweitern.
Sie haben auch die Möglichkeit, die komplette Chronik ca.
168 Seiten mit umfangreichen
Text, sowie Bilderinhalt von 1949 bis 1999 bei uns zu bestellen.
E-Mail
bitte an den 1.Vorstand H.Hilger
Mail
1.Vorstand
© Alexander Markus Klotz, Karl Reitmeir, Christian Ude,
Eduart Lukas, Siedlerschaft Kieferngarten
Kieferngarten
Vom Schießplatz zur Freimanner Gartensiedlung
Vorwort
Mit "Angesichts des Trümmerfeldes" beginnt die Präambel der
Verfassung des Freistaates Bayern
vom 2. Dezember 1946. Angesichts eines Trümmerfeldes besonderer
Art, das zahlreiche Menschen
um diese Zeit in Freimann vor Augen hatten, konnten sich viele
von ihnen nur schwer vorstellen,
hier einmal eine neue Heimat zu finden. Heute, über ein halbes
Jahrhundert später, befindet sich an
dieser Stelle eine Wohnsiedlung, deren Bewohner zu Recht sich
glücklich schätzen können, dort zu leben.
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Die Kieferngarten Siedlung 2005

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Die Kieferngarten Siedlung 1955

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Grußworte aus der Chronik von 1999
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Grußwort des Oberbürgermeisters
der Landeshauptstadt München |
Siedler und Eigenheimer hatten einen entscheidenden
Anteil am raschen und gelungenen Wiederaufbau unserer
Stadt. Sie leisten bis heute einen maßgeblichen Beitrag
zur Wohnraumversorgung, zur Stadtentwicklung und
Stadtgestaltung und zur besonderen Wohn- und
Lebensqualität Münchens.
Ein ausgezeichnetes Beispiel dafür gibt die
Siedlerschaft Kieferngarten, die heuer ihr 50-jähriges
Bestehen feiern kann. Die vorliegende Chronik, die aus
diesem Anlass erscheint und deren Zustandekommen von der
Stadt München tatkräftig unterstützt wurde,
verdeutlicht, mit wieviel Eigeninitiative, Gemeinsinn
und nachbarlicher Solidarität die Siedlung Kieferngarten
geschaffen, verschönert und weiterentwickelt wurde. Und
sie zeigt damit auch, wie aus der einst vorstädtischen
Kleinsiedlung ein gewachsenes Münchner Stadtviertel
wurde, das sich trotz manch großstädtischer Probleme
seinen liebenswerten Charakter und seine Identität
bewahren konnte. Für qualitativen Zugewinn sorgte dabei
nicht nur der direkte U-Bahn-Anschluss durch die erste
Münchner U-Bahnlinie im Jahr 1971. Dafür sorgen gerade
in den letzten Jahren auch die Initiativen der Stadt zur
Aufwertung des Münchner Nordens wie beispielsweise die
Verbesserung der Infrastruktur, der geplante Nordpark
oder die großen städtebaulichen und landschaftlichen
Entwicklungsvorhaben, die dort durch die freigewordenen
Bundeswehrflächen möglich geworden sind und nun von der
Stadt verantwortungsvoll realisiert werden.
Sehr herzlich danke ich der Siedlerschaft Kieferngarten
für die erbrachten Leistungen und für ihr
stadtteilbezogenes Engagement. Auch von Seiten der Stadt
München daher: Herzlichen Glückwunsch zum 50-jährigen
Jubiläum und weiterhin alles Gute und viel Erfolg!
Christian Ude
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Grußwort des 1. Vorsitzenden
der Siedlerschaft Kieferngarten München-Freimann e.V. |
Die Feiern zum 50jährigen Bestehen der Siedlerschaft
Kieferngarten sind ein besonderer Anlaß, die Entstehung
und die Entwicklung unserer Siedlung mehr als bisher zu
hinterfragen und dies in einer Chronik zu dokumentieren.
Es war schon etwas Außergewöhnliches, ja fast
Träumerisches, als sich vor einem halben Jahrhundert
zahlreiche Familien unserer Siedlung entschieden haben,
ohne Baugrundstück und ohne Ersparnis - das heißt, aus
dem Nichts - ein Haus zu bauen, eine neue Heimat zu
schaffen. Der Kreis dieser Entscheidungsfreudigen setzte
sich zusammen aus ausgebombten Münchnern, Schlesiern,
Sudetendeutschen, Donauschwaben oder sonst vom Schicksal
des Krieges schwer Getroffenen.
Eigenleistung und Nachbarschaftshilfe waren der Garant
für einen zügigen Baufortschritt und die Fachkompetenz
vor Ort.
Neben der Schwere des Alltags haben sich zu jeder Zeit
einige Siedler verpflichtet gefühlt, die Leistungen
aller dadurch zu sichern, daß über Jahre, ja Jahrzehnte,
versucht wurde, bei Bundes- und Landesbehörden sowie der
Landeshauptstadt München eine rechtlich dauerhafte
Regelung für das "wilde Siedeln" auf dem Exerzier- und
Schießplatzgelände zu erreichen.
Alles nahm ein gutes Ende!
Fleiß und Sparsamkeit unserer Eltern und Großeltern
haben ein Werk entstehen lassen, das auf 360
Siedlerstellen vielen Menschen, insbesondere aber
mehreren Generationen einer Familie gleichzeitig, ein
Zuhause bietet. Geist und Dynamik unserer Vorfahren
haben bis zum heutigen Tag angehalten und so eine
attraktive aber individuelle Siedlung entstehen lassen,
um die uns viele beneiden.
Mit Freude und Dankbarkeit wollen wir das Erreichte
bewahren aber auch gebührend feiern. Die Chronik möge
allen Lesern aufzeigen, wie hart die Vergangenheit war,
wie lebenswert die Gegenwart sich zeigt und wie
erstrebenswert die Zukunft ist.
Walter Hilger
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Grußwort des Landesvorsitzenden
des Bayerischen Siedler- und Eigenheimerbundes e.V. |
Die Siedlerschaft Kieferngarten e.V. kann mit Stolz auf
fünf Jahrzehnte erfolgreicher Arbeit zurückblicken. Zu
diesem Jubiläum darf ich der Siedlerschaft und allen
ihren Mitgliedern unsere herzlichsten Glückwünsche
übermitteln.
In den 50 Jahren ihres Bestehens mußte die Siedlerschaft
Kieferngarten schwere Zeiten durchleben. In der
Aufbauzeit war viel Arbeit und Gemeinschaftssinn
gefragt, um in einer wirtschaftlich schweren Zeit und
bedingt durch die damalige große Wohnungsnot, die
Familien mußten damals in Baracken, alten
Eisenbahnwaggons, aufgelassenen Munitionsbunkern und
Behelfsbauten leben, das Wohnungsproblem mit dem Ziel zu
lösen, auf dem ehemaligen Schießplatzgelände für die
Familien Eigenheime errichten zu können. Dazu haben sich
entschlossene Frauen und Männer zusammengefunden. Die
von der Siedlerschaft Kieferngarten in unermüdlicher
Kleinarbeit erstellte Chronik, für die ich den
Verfassern und deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern
meinen großen Respekt und Dank ausspreche, gibt hierzu
näheren Aufschluß.
Zwischenzeitlich hat sich die Kieferngartensiedlung zu
einem schmucken Teil Freimanns entwickelt, ist fester
Bestandteil des Münchner Nordens geworden und vom
Stadtteil Freimann nicht mehr wegzudenken. In unserer
Zeit, in dem das Eigenheim als die wohl lebenswerteste
Form des Wohnens wiederentdeckt wurde, kann sie als
Beispiel dienen.
Das Jubiläum ist daher für den Bayerischen Siedler- und
Eigenheimerbund e.V. ein besonderer Anlaß, für das
Geleistete unseren großen Dank auszusprechen. Dieser
Dank gilt auch für die gute Zusammenarbeit und für die
Treue zu unserem Bund. Unsere Anerkennung und unser Dank
gilt aber vor allem den jeweiligen Verantwortlichen der
Siedlerschaft Kieferngarten, die ehrenamtlich unzählige
Zeiten ihrer Freizeit für die Gemeinschaft geopfert
haben. Mit dieser uneigennützigen Arbeit wurde
schließlich wiederum beispielhaft bewiesen, daß durch
eine vernünftige Zusammenarbeit und mit
Gemeinschaftssinn mehr erreichbar ist, als oft Kommune
oder Staat von sich aus tun können.
Der Siedlerschaft Kieferngarten wünsche ich weiterhin
viel Erfolg und allen Mitgliedern und deren Familien für
die Zukunft ein Leben in Zufriedenheit und ein Wohnen in
Geborgenheit.
Eduard Lukas
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Die "Eroberung der Wüste" (1945 - 1952)
Die wahrlich katastrophale Situation zur Jahresmitte 1945 kann
hier auch nicht nur annähernd geschildert werden. Die Diktatur
des Nationalsozialismus hatte in ihrer letzten Konsequenz eine
"Ruinengesellschaft" hinterlassen, deren Aussichten auf
Besserung gegen Null gingen. Auch im Freimann des Sommers 1945
zeigten sich auf kleiner Ebene konzentriert die Ergebnisse des
Zweiten Weltkrieges: Zahllose Menschen befanden sich in einer
Art Sammelbecken des kollektiven Nichtwissens wohin bzw. wie
weiter.1
In den ehemaligen Luftwaffenkasernen an der Freimanner Straße
fristeten Hunderte vormals Zwangsverschleppter dahin, die
ehemals von diesen Menschen belegten Barackenlager der
Reichsbahn füllten sich rasch durch die Flüchtlinge und
Vertriebenen. Die bestehenden Wohn- und Unterkunftsmöglichkeiten
waren zu diesem Zeitpunkt restlos ausgeschöpft, in den meisten
Fällen schlicht hoffnungslos überbelegt. Auf dem ehemaligen
Verbindungsgleis zwischen dem Ausbesserungswerk und der
Kläranlage Großlappen nördlich der Werksmauer abgestellte
Eisenbahnwaggons einer Baufirma dienten zahlreichen Familien als
Unterkunft. |
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1947 die Vermesser sind da..
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Siedler auf steinigem Boden
Schießplatz Freimann als Siedlungsland / Obdachlose helfen
sich selbst
(SZ) Auf dem ehemaligen Schießplatz Freimann, der als
Wehrmachtseigentum im Zuge der Bodenreform in Staatshände
überging, hat sich eine Siedlergemeinschaft gebildet, der das
Gelände von der "Bayerischen Bauernsiedlung" zur einstweiligen
Nutznießung überlassen wurde. Heute wohnen dort an 500
Ausgewiesene, evakuierte und ausgebombte Münchner, die sich in
der Wüstenei des einstigen Schießplatzes neue Heimstätten
suchten.
Die einzige Hilfe erfuhren die Siedler durch Minister, der sich
bei der Militärregierung für sie verwendete, als das Gelände
erneut beschlagnahmt werden sollte. Außer ihm nahm bis jetzt
keine Behörde, kein Amt, nicht einmal die Lokalbaukommission
Notiz vom Entstehen dieser Siedlung. Was geschaffen wurde,
geschah ohne Unterstützung und ohne Genehmigung.
Um zunächst die Stadtverwaltung auf ihren Plan aufmerksam zu
machen, luden die Siedler am Samstagnachmittag die
Parteifraktionen des Stadtrats zur Besichtigung ihres Werkes
ein. Für die Bayernpartei erschienen die Stadträte Wüstendörfer,
Lehner, Banfelder und Gumrum, für die SPD Stadträtin Hoereth,
für die CSU Stadtrat Fackler und Stadtrat Blieninger für die
KPD, ferner Vertreter des Bezirksausschusses, der
Bezirksinspektion und der "Bauernsiedlung".
Das Gelände vor den eigentlichen Schießständen, die jetzt noch
von den Amerikanern benützt werden, ist kilometerweit von
Schützengräben durchzogen, Deckungslöcher und Erdwälle liegen
Meter an Meter und Stacheldrahtverhau rostet in den "sinnreich
angelegten" Hindernisfeldern. Unter einer zentimeterdünnen
Humusschicht stießen die Pickel der Siedler bereits auf
Stein. Diesen Boden konnten nur Menschen planieren, umgraben und
ausschachten, welche die letzte Hoffnung auf irgendeine Hilfe
von außen aufgegeben hatten. In verhältnismäßig kurzer Zeit sind
hier Behelfsheime, vom eingebauten Eisenbahnwagen bis zum
Einfamilienhaus, entstanden, zu deren Bau keine einzige
Arbeitsstunde eines Fachhandwerkers aufgewendet wurde. Wo das
eigene Können nicht ausreichte, half der Nachbar mit seiner
Erfahrung. Dabei verfuhr man immerhin nach einem Bauplan, der
von einem geprüften Architekten entworfen und der
Lokalbaukommission vor Monaten eingereicht worden war.
Zimmermann
Die große Familie vom Schießplatz in Freimann
Gute Nachricht für die Siedler - Nach Selbsthilfe
vielleicht Behördenhilfe
Beim Schäffer-Ministerium und sogar bei der Dienststelle Blank
in Bonn sind die Schießplatz- und die Kieferngartensiedlung in
Freimann nicht unbekannt. Längere Verhandlungen haben nunmehr
zum Ziel geführt, der Zustimmung zur Eigentumsübertragung des
Geländes an die Bayerische Landessiedlung als Siedlungsträger
nach dem Bodenreformgesetz. Damit ist in den Siedlerfamilien
eine wirkliche Beruhigung eingekehrt. Die Hilfe, wie sie hoffen,
die nunmehr im Zusammenwirken der verschiedenen Behörden dieser
Siedlung zuteil wird, kommt Menschen zugute, die sie sich in
jahrelanger harter Arbeit verdient haben.
Der Brauereiarbeiter Johann Großkopf, durch das Vertrauen
"seiner" Siedler erneut zum Vorstand der Schießplatzsiedlung
bestellt, führt den Besucher in ein sauberes kleines
Holzhäuschen, dessen Wände gerade getüncht wurden. In dem
größten Raum stehen zwei funkelnagelneue Zeichentische "mit
allen Schikanen". "Sie sind für unsere Architekten bestimmt",
sagt Großkopf mit strahlender Miene, und der Ton liegt
gleichermaßen auf dem "unsere" wie auf dem "Architekten". Ein
geräumiges Büro und ein Warteraum für das Publikum schließen
sich an - hier werden in Zukunft die Pläne gemacht, die das
zukünftige Gesicht der Schießplatzsiedlung mit ihren 499 und der
Kieferngartensiedlung mit ihren 106 Siedlerstellen bestimmen
werden.
Zeichentische, Architekten, Büro - niemand hätte das im Jahre
1945 für möglich gehalten, als hier die ersten Siedler Fuß zu
fassen begannen! Auf einem Gelände, das alles andere als
"baureif" war: Schützengräben, künstliche Granattrichter,
Handgranatenstände - Tausenden von ehemaligen Soldaten ist
dieses Gelände in ihrer Dienstzeit wohl vertraut gewesen. Auch
jetzt trifft man in einem Teil der wieder instand gesetzten
Schießstände auf Soldaten: Amerikaner. Ihre Panzer rattern durch
die Heidemannstraße, jene unglückliche Straße, um deren
Instandsetzung nun schon seit Jahr und Tag erbittert und
leidenschaftlich gekämpft wird, weil niemand recht weiß, wer
eigentlich für sie zuständig ist. Jeder will dem anderen den
Vortritt lassen: Der Bund (ehemalige Militärstraße!) der Stadt,
die Stadt den Amerikanern, und im Endergebnis geschieht nichts.
Ein großes Schild warnt jetzt: "Privatstraße - Betreten und
Benutzung auf eigene Gefahr und unter Ausschluß jeglicher
Haftung für Unfälle und Schäden. Bayerisches Landesamt für
Vermögensverwaltung." Nichts ist leichter, als sich in den
zwanzig Zentimeter tiefen Schlaglöchern den Knöchel zu verknaxen.
Die Siedler hier heraußen - und wir wollen dabei besonders der
Frauen gedenken - sind aus einem Holz geschnitzt, das ebenso
durch seine Härte wie durch seine Zähigkeit auszeichnet.
Einheimische und Vertriebene halten sich so etwa die Waage, und
unter den letzteren treffen wir den Balten wie den Schlesier,
den Donauschwaben und den Sudetendeutschen an. Die
konfessionelle Mischung ergibt ein ebenso buntes Bild wie die
soziologische Schichtung, die einer eigenen Betrachtung wert
wäre. Aber - und das gab den Ausschlag - alle waren sich darin
einig, daß es "geschafft werden mußte", und zwar aus eigener
Initiative. Das Erstaunliche und wohl Einmalige in dieser
Siedlung sind die völlig aus dem Rahmen des Üblichen fallenden
Eigenleistungen der Siedlerfamilien, die nicht bei zwölf,
fünfzehn oder (bereits eine große Seltenheit) zwanzig, sondern
bei sechsundsiebzig (!) Prozent liegen. Gibt es einen besseren
Beweis für die Energie einer Familie, wenn ihr eine wirkliche
Chance zur Selbsthilfe geboten wird? Es hat eben jeder
zugepackt, der Mann, die Frau und die Kinder.
Die Siedlung war zuerst "wild", aber ebenso von ihrer
Geburtsstunde an von dem Willen zur Legalität getragen, die dann
auch später verbrieft und versiegelt wurde. Es ging auch nicht
alles nach Schema F, und die Verteidiger des berühmten § 81 der
Münchner Bauordnung schüttelten mehr als einmal die Köpfe, wenn
zuerst das Haus und dann die Straße gebaut wurde. Bausperren
wurden verhängt, Gebühren erhoben - es wäre zu wünschen, wenn
hier vielleicht noch etwas mehr den besonderen Verhältnissen
dieser Siedlung Rechnung getragen werden würde.
Viel ist hier draußen seit 1945 geleistet, Millionenwerte
geschaffen worden. Dringend notwendig ist die Errichtung eines
Kindergartens, da sehr viele Mütter erwerbstätig sind. Vor einem
Jahr sicherte in einer Bürgerversammlung eine Stadträtin ihre
Unterstützung zu. Aber dabei blieb es. Die Siedler haben die
Enttäuschung heruntergeschluckt und nicht resigniert. "Wir
werden eine Sammlung durchführen, bei den Siedlern selbst und
bei den Geschäftsleuten", erklärt mir Johann Großkopf und gibt
der Hoffnung Ausdruck, daß vielleicht schon zum Winter der
Kindergarten steht. Ich zweifle nicht, da diesen Worten die Tat
folgen wird.
Helmut Lucas
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Von soviel Fleiß ist auch der Staat gerührt
Anerkennung der Freimanner Gartensiedlung / Nicht genehmigt
und doch gefördert
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Neue Stadtteile wachsen heran
Rundfahrt mit der Gesamtkirchenverwaltung / Siedlungs- und
Seelsorgeprobleme
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(SZ) Die Katholische Gesamtkirchenverwaltung
veranstaltete unter Leitung des Geistlichen Rates Breiter
(Pfarrei St. Sebastian) eine Pressefahrt zu dem Industrie- und
Siedlungsstreifen von München-Nord, um die Probleme der
Wohnungs- und Seelsorgenot an Ort und Stelle zu zeigen.
[...]
Freimann, vor 30 Jahren noch ein kleines, bescheidenes Dorf, hat
durch die Industrialisierung des nördlichen Münchens einen
gewaltigen Aufschwung genommen. Die Dominikaner-Pfarrei St.
Albert-Freimann zählt heute bereits 7000 Seelen.
Rund um das Gelände des ehemaligen Freimanner Schießplatzes
sind, sozusagen auf Niemandsland, wilde Siedlungen
emporgeschossen. Ausgebombte und Ausgewiesene schufen sich in
schwerer und fleißiger Gemeinschaftsarbeit ein Dach über den
Kopf. Die meisten Häusl sind einfach und unverputzt, oft sind
die Zwischenwände nur aus Pappdeckel. Die Leute haben sich
inzwischen in der Siedlungsgemeinschaft München-Nord
zusammengeschlossen. Mittlerweile sind es 250 Häusl mit über
tausend Siedler geworden, für weitere 625 Häuser ist noch Platz
vorhanden. Die Stadt gibt Zuschüsse, die Gesamtkirchenverwaltung
stellt billiges Baumaterial bereit, wodurch der Siedler allein
500 bis 600 Mark erspart. Die katholische und evangelische
Kirche wollen sich dafür einsetzen, den Schießplatz selbst
freizubekommen. Hier sollen dann Kirche, Schule, ein Spielplatz
und weitere 800 Siedlungshäuser errichtet werden. Zunächst baut
die Katholische Gesamtkirchenverwaltung eine Notkirche und einen
Kindergarten für diesen förmlich aus dem Boden wachsenden neuen
Stadtteil Münchens. [...]
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Siedlung wächst immer
mehr..
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Die Schüler Jahrgang
1950/51
Vergrößerung durch Bild anklicken.

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Die Siedlerschaft von der Verschmelzung
bis zur Übereignung der Siedlerstellen (1955 - 1962)
Mitte 1955 gab es nun also drei Siedlerschaften, in denen die
Freimanner Siedler organisiert waren.1 Westlich des
Schießplatzes die "Siedlerschaft München-Nord / West" in der
sogenannten "Grusonsiedlung", östlich davon die "Siedlerschaft
Kieferngarten" und die "Siedlerschaft München-Nord / Ost".
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Letztere hatte ihre Arbeit in einer
Ausschußsitzung in der Siedlergemeinschaft am 2. Juni 1955
begonnen, wobei insbesondere die Neuorganisation der
Siedlerschaftsarbeit und diverse Organisationsprobleme zu
besprechen waren. Wohl auch beschäftigt mit ersten Überlegungen
zu einem Akt, dessen Berechtigung und Bedeutung nicht groß
hinterfragt werden muß: Die Verschmelzung der beiden
Siedlerschaften "Kieferngarten" und "München-Nord / Ost" zu
einer gemeinsamen Organisation. Einem Einigungsaufruf der
jeweiligen Vorstände vom 21. Juli 1955 folgte am 25. des Monats
die Einladung an alle Mitglieder der beiden Siedlerschaften zu
einer außerordentlichen Zusammenkunft in die
Siedlergemeinschaft.2 In der am 31. Juli 1955 stattfindenden
Versammlung wurde mit großer Mehrheit der satzungsgemäßen
Möglichkeit der Verschmelzung zur zu diesem Zeitpunkt 320
Mitglieder umfassenden "Siedlerschaft Kieferngarten" zugestimmt.
Die neugewählten Vorstände und Beiräte waren nicht nur aus den
beiden bisherigen Teilen repräsentativ vertreten, sondern - und
dies sollte sich besonders in den kommenden Jahren bewähren -
waren ihrer Aufgabe nicht nur gewachsen, sondern haben diese
Aufgaben zugunsten der Gemeinschaft auch erfolgreich erledigt.
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Vor der Siedlergemeinschaft (1. Mai 1956)
In ihrem vermutlich ersten Rundschreiben vom 25. August 1955
hatte die Siedlerschaft Kieferngarten dann auch schon zahlreiche
Punkte anzusprechen. Zunächst mußte darauf verwiesen werden, daß
eine "öffentliche Finanzierung der Siedlerstellen nördlich des
Lappenweges [...] erst durchgeführt werden [kann], wenn die
Baugenehmigung durch die Lokalbaukommission erfolgt ist." Bis zu
diesem Zeitpunkt stelle die Bayerische Landessiedlung
"Zwischenkredite zur Verfügung", die natürlich entsprechend zu
beantragen seien. Zudem konnten der erste und zweite Vorstand
der Siedlerschaft in Gesprächen mit dem Wiederaufbaureferat
erreichen, daß "nach Vorlage der Abrechnung der
Erschließungskosten und einer detaillierten Aufstellung über den
Anteil für jede Siedlerstelle durch die BLS, die Beträge aus den
für diesen Zweck zurückbehaltenen Darlehen" freigegeben wurden.
Dies bedeutete für zahlreiche Siedler die Entrichtung eines
niedrigeren Monatsnutzungsentgeltes. Zudem hatte man "eine
fahrbare, luftbereifte Baumspritze mit einem Fassungsvermögen
von 100 Litern gekauft", die außer der eigentlichen Aufgabe auch
"zum Spritzen von Häusern und zur Gartendüngung verwendet
werden" konnte. Und daß auch die Kultur nicht zu kurz kam,
beweist der Umstand, daß die Siedler-Sänger-Runde Freimann nun
auch eine Musikkapelle zusammenstellte. Die unverändert
anstehenden Probleme zeigte ein Artikel von Walter Fürstweger
auf, der in der "Süddeutschen Zeitung" vom 8. September 1955
erschien und auch deutlich machte, welchen Aufgaben die
Gemeinschaft noch gegenüberstand.3
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Einmalige Siedlerleistung im Bundesgebiet
Freimanner "Kieferngarten" feiert zehnjähriges Bestehen - Aus
Munitionsbunkern werden Musterhäuser
Die Kieferngartensiedlung auf dem ehemaligen Freimanner
Schießplatzgelände westlich der Autobahn Nürnberg feierte am
Wochenende ihr zehnjähriges Bestehen. Über alle Siedlerstraßen
waren Schnüre mit Papierwimpeln gespannt, Fähnchen und Girlanden
schmückten Gärten und Häuser. Auf Zäunen und Lichtmasten und
über den Gartentürln hingen abends leuchtende Lampions. Ein
Standkonzert des "Kieferngarten-Orchesters", der seit Oktober
1955 bestehenden Blaskapelle der Siedlerschaft, und ein
Lampionzug mit über einem halben tausend Kieferngarten-Kindern
eröffnete am Samstag diese Geburtstagsfeier. Beim Festakt am
Sonntagvormittag, an dem auch der Männergesangsverein der
Kieferngartler, die "Siedler-Sängerrunde" mitwirkte, konnte der
erste Vorsitzende der Siedlerschaft, Adolf Schoy, die beiden
Landtagsabgeordneten Karl Köglsperger und Dr. Rudolf Wagner
sowie Stadtrat Giesen begrüßen. Der Vertreter des Bayerischen
Siedler- und Eigenheimbunds Willi Hollemann hob in seiner
Festansprache die im Bundesgebiet einmalige Leistung der
Kieferngartensiedler hervor. Mit knappsten Staatsmitteln haben
die Kieferngartler aus einem Trümmerfeld mit Schützengräben,
Bombenkratern und zerstörten Munitionsbunkern eine vorbildliche
Wohnanlage für 320 Familien geschaffen.
Bei der Besichtigung der Siedlung fand die Bau-Sperrzone am
Schlößlanger besondere Beachtung, deren 30 Anlieger immer noch
auf die Baugenehmigung warten. Die Plätze dieser Siedler liegen
im Sperrgebiet des benachbarten Schießplatzes.
"Mit dem Handkarren", erzählte 2. Vorstand Josef Ziegler, "haben
sich viele unserer Siedler durch den Dreck der Heidemannstraße
auf mühsame Art das Baumaterial hergeschafft. Tonnenweise lag
die scharfe Munition im Boden. Über vier Zentner Munition hab
ich allein aus meinem Platz rausgegraben. Wer heute die Siedlung
sieht, kann sich gar nicht mehr vorstellen, wie es hier früher
war. Man hat uns anfangs als 'wilde Siedlung' abgestempelt. Ohne
behördlichen Zwang, ganz aus uns selbst heraus, haben wir einen
Architekten beschafft und uns für eine ordnungsgemäße Bebauung
eingesetzt. Heute gehört die Kieferngartensiedlung zu den
schönsten Siedlungen Münchens."
Drei Sorgen drücken die Kieferngartler heute noch: die
Übereignung, die Verkehrsverhältnisse und vor allem der
benachbarte Schießplatz der Amerikaner. Die seit Jahren
erhoffte, aber verschleppte Übereignung scheint nun in Erfüllung
zu gehen. Bonn hat sich jetzt angeblich mit dem Verkauf des
ehemaligen Wehrmachtsgeländes an die bayerische Landessiedlung
einverstanden erklärt. "Mit der Übereignung", meint der
Landtagsabgeordnete Karl Köglsperger, selbst
Kieferngartensiedler, "würde auch das vorhandene Mißtrauen
gegenüber der Bayerischen Landessiedlung aus der Welt geschafft.
Die Verkehrsverhältnisse", erklärt er weiter, "sind völlig
untragbar. Unsere letzte Fahrmöglichkeit aus der Stadt ist um
20.15 Uhr." Die größte Sorge der Kieferngartensiedler, sofern
die Übereignung nunmehr zustande kommt, ist der Schießplatz.
Wohnsiedlung und Schießplatz, so erklären die
Kieferngartensiedler, vertragen sich auf die Dauer nicht: "Einer
muß irgendwann weichen, entweder der Schießplatz oder wir." Wer
weg muß, das ist für sie völlig klar - der Schießplatz! Ihr
Wunsch wäre, den Schießplatz so bald als möglich mehr nach
Norden zu legen.
Die Vorstandschaft der Siedlerschaft Kieferngarten bemüht sich
mit allen Mitteln, mit diesen drei Problemen fertig zu werden.
Die Vorstandschaft besteht derzeit aus Adolf Schoy, Josef
Ziegler (1. und 2. Vorsitzender), Karl Reitmeir (Schriftführer),
Bruno Langhanky, Josef Münichsdorfer (Kassiere). Bei festlichen
Anlässen ist 1. Vorstand Adolf Schoy allerdings "unerreichbar",
er ist nämlich auch Mitglied der Kieferngartler-Kapelle. Er lief
im vergangenen Herbst von Haus zu Haus, suchte Musiker und
spielt in der inzwischen 16 Mann starken Siedlerkapelle das
Tenorhorn.
Was die Siedler zu diesem Zeitpunkt nicht wissen konnten, die
Vorgehensweise der Landessiedlung aber entscheidend beeinflußte,
war das Ergebnis einer am 7. September 1956 zwischen den
zuständigen Bundes- und Landesbehörden und der Bayerischen
Landessiedlung stattgefundenen Besprechung.10 Es wurde
festgelegt, "daß die BLS, [...] im Sinne des Vorschaltgesetzes
und der dazu ergangenen Durchführungsverordnung zur Abrechnung
gegenüber dem Bund, und zwar mit Wirkung auf den 1. August 1951,
verpflichtet" war, und zwar unabhängig davon, "ob das von der
BLS verwaltete Gelände künftig endgültig für Siedlungszwecke an
die BLS veräußert wird oder an den Bund zurückgegeben werden muß."
Die insbesondere für August 1951 bis Ende 1953 rückwirkend zu
verrechnenden Beträge führten u.a. zu einem zusätzlichen
Verwaltungsaufwand. Auch die Ausarbeitung und die Durchführung
neuer Landesfinanzierungsrichtlinien - zu verweisen ist hier nur
auf die Einarbeitung bzw. Berücksichtigung von
Siedlungsförderungs-, Seßhaftmachungs- und
Bundesvertriebenengesetzgebung - vom 4. September 1956 -
angeglichen an den Bund - hatten die entsprechenden Arbeiten
vermehrt. Hinzu kam die Neuregelung des Geschäftsbetriebes der
Landessiedlung, die aber noch nicht abgeschlossen werden konnte.
Dieser - auch finanzielle Mehraufwand - sollte in Form erhöhter
Siedlungsgebühren abgedeckt werden. Aber, auch dies bleibt
festzuhalten, aufgrund der nun vorliegenden klaren Richtlinien
war "die Grundlage für die Übereignung der Siedlerstellen" nun
endlich gegeben, der zeitliche Rahmen aber noch nicht abzusehen.
Hauptthema für die Menschen in der Siedlung waren zunächst im
September einlaufende Schreiben der Landessiedlung betreffend
Kapitaldienstabrechnungen und die Siedlungsgebühr. Die
tatsächlichen Beträge sollten durch einen Gerichtsentscheid
ermittelt werden, ein Rechtsanwalt wurde beauftragt, im
Interesse der ganzen Siedlung anhand eines Einzelfalles die
Feststellungsklage einzuleiten. Die einstimmige Annahme dieser
Vorgehensweise durch den vollständig anwesenden Vorstand und
Beirat der Siedlerschaft sollte auf der nächsten
Mitgliederversammlung am 4. Oktober 1956 bekanntgegeben werden.
Zunächst mußte vor allem festgestellt werden, wie hoch die
Baukosten vor und nach 1953 lagen, da ja die sogenannte
Vollbetreuung durch die BLS erst 1953 begonnen hatte. Bis 19.
November 1956 sollten die Leistungen aller Siedler durch ein
Auflisten anhand der Siedlernummer erfaßt werden. Dies waren
Angaben über das Grundstück in Quadratmetern, den
Grundstückskaufpreis, die Anliegerkosten, den Baukosten für das
Haus, die Nebengebäude, die Außenanlagen und die Hofbefestigung
- und zwar jeweils der Bauabschnitt vor und nach 1953. Hinzu
kamen Angaben über die Höhe der Siedlungsgebühren und die Summe
der öffentlichen Darlehen.
Mitte Dezember war die Feststellungsklage eingereicht; über die
Frage der Aufhebung der Bausperrzone nördlich des Lappenweges
war immer noch nicht entschieden worden. Das Ergebnis der
Fragebogenaktion machte deutlich, daß - mit Ausnahme der
Stellen, die im Jahre 1955/56 errichtet worden waren - deutliche
Unterschiede zur Berechnung seitens der Landessiedlung
aufgetreten waren. Zudem wurden zahlreiche Siedler bei der
Ausfertigung der Anträge gegenüber dem Wiederaufbaureferat zur
Erlangung über die Befreiung der Grundsteuer aufgrund der
Förderung des sozialen Wohnungsbaues unterstützt. Ende 1956
hatten sich die Forderungen an die Siedler in Freimann - also in
beiden Siedlungen - auf 2.835.912,15.- DM erhöht.11 Diese
setzten sich zusammen aus Darlehen in Höhe von 2.330.800.- DM,
aus Verwaltungskosten und Zinsen von 25.300.- DM und dem
Sperrguthaben bei der Bayerischen Staatsbank in Höhe von
479.800.- DM. Auf dem Sperrguthaben lagen von der
Landesbodenkreditanstalt bereits bewilligte Darlehensbeträge,
die aber der Landessiedlung zur Auszahlung an die Siedler erst
nach Freigabe durch das Wiederaufbaureferat der Landeshauptstadt
München zur Verfügung standen. Ende des Jahres waren an rund 100
Siedler Zwischenkredite gewährt, die mit 6 % pro Jahr zu
verzinsen waren. Die Darlehenssumme der Landesbodenkreditanstalt
war bis zum Dezember 1956 um 937.150.- DM auf insgesamt
2.803.973,11.- DM angestiegen, wovon wiederum bereits
45.960,94.- DM getilgt worden waren. Die Darlehen waren im
Rahmen des sozialen Wohnungsbaues mit 2 %, Darlehen aus
Eigenmitteln der Landesbodenkreditanstalt mit 6 1/2 % und einige
Staatsbaudarlehen mit 4 % pro Jahr zu verzinsen, die
Tilgungssätze beliefen sich auf 1 %, 2 % und 4 % pro Jahr. Hinzu
kamen noch Gebühren für Bearbeitung und Verwaltung.
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Ein Bad der frühen Jahre<<207<<
Für die Freimanner
Siedler änderte dies alles zunächst nur sehr wenig. Ihre Lage
war weiterhin geprägt auch durch Unsicherheit über den Grund und
Boden, auf dem sie bauten, denn die Eigentumsfrage war trotz
alledem immer noch ungeklärt. Entscheidendes aber tat sich im
Wiederaufbaureferat der Stadt. Am 17. Mai 1949 fand in dessen
Sitzungssaal eine für die weitere Entwicklung der Siedlungen
entscheidende Spartenbesprechung statt.12 Zunächst
schilderte Helmut Fischer den anwesenden Vertretern der Referate
den bisherigen Werdegang, verwies auf die Problematik
hinsichtlich der Nutzung als Baugebiet, dies "sei natürlich im
Hinblick auf die in München herrschende katastrophale
Wohnungsnot durchaus verständlich", ändere aber nichts an der
Problemlage selbst. Die Bautätigkeit habe seit der Besichtigung
im Dezember noch zugenommen, nicht zuletzt aufgrund der
Unterstützungszusagen seitens des Stadtrats und durch das
Verhalten der Militärregierung und des
Landwirtschaftsministeriums. Die noch vor kurzen erfolgten
Räumungsankündigungen und die Festlegung der Sperrzonen -
insgesamt waren 108 Parzellen mit vierzehn bereits errichteten
Bauten betroffen - sorgten für weitere Probleme. Zahlreiche
Bauten in den Sperrzonen seien inzwischen "bereits abgebrochen
worden und befinden sich an anderer Stelle im Wiederaufbau." Die
neue Sachlage aufgrund des Gesetzes Nr. 19 verdeutliche einmal
mehr die Notwendigkeit einer Steuerung der Bautätigkeit. In den
nun einsetzenden Beiträgen der Teilnehmer zeigten sich rasch die
nun vorrangig einzuleitenden Maßnahmen.
Durch einen neuen Tekturplan sei es möglich geworden, etwa 120
Parzellen für eine weitere Besiedelung zu erhalten, die
Haupterschließungsstraßen sollten zehn, die Nebenstraßen acht
Meter Breite aufweisen und in Selbsthilfe der Siedler
hergestellt werden. Den Verweisen von Baurat Sperber auf "eine
Mindeststraßenbreite von 8,50" Meter für den Fall einer späteren
Übernahme, auch hinsichtlich der "Verlegung von
Versorgungsleitungen" begegnete Fischer mit dem Hinweis, "daß im
vorliegenden Fall Kanalisation und Gasversorgung13 des
Gebietes nicht in Frage komme, sodaß nur noch Wasserrohrstränge
und die Kabel für die Elektrizitätsversorgung zur Verlegung
übrig blieben." Auch "handele es sich hier im gewissen Sinn um
eine Kleinsiedlung, für die nach den Bestimmungen über die
Förderung der Kleinsiedlung vom 14.9.1937 ein Anschluß an
Versorgungsleitungen nicht gefordert und Anforderungen an Breite
und Befestigung der Straßen nicht über das unbedingt notwendige
Maß hinausgehen dürfen" und "daher ernsthaft zu erwägen [sei],
ob die Forderungen hinsichtlich der Straßenbreite nicht
herabgesetzt werden könnten." Sperber war damit "einverstanden,
wenn die Siedlungsstraßen als Privatstraßen in den Unterhalt der
Siedlervereinigung übergehen." Eine herkömmliche Abwicklung des
Straßenbaues sei aufgrund der finanziellen Situation der Siedler
unmöglich. Er sollte daher von den Siedlern selbst ausgeführt
werden "und lediglich vom Straßenbauamt überwacht werden. Die
Kosten für das Einwalzen der Straßen [...] [sollten] aus den
Mitteln des ordentlichen Haushalts [...] 'produktive
Wohnungsfürsorge' gedeckt werden. Die Siedlervereinigung würde
dann durch die Stadt verpflichtet werden, die Straßen auf eigene
Kosten ordnungsgemäß instandzuhalten."
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Typenplan "C"<<237<<
Eine Kanalisation kam bekanntlich nicht in Frage. Die Ausführung
von Trockenabortanlagen sei aus Zweckmäßigkeits- und
Kostengründen der Anlage von Versitzgruben vorzuziehen. Die
Wasserversorgung, "möglichst billig und [dennoch] ausreichend"
sollte über einen Abzweig an einem der beiden Hauptrohrstränge
im Bereich der ehemaligen Munitionsbunker erfolgen. Die
Stromversorgung sollte in Zusammenarbeit mit den
Isar-Amper-Werken geregelt werden, ein noch zu errichtendes
Transformatorenhäuschen durch eine Verbindung zum
Ausbesserungswerk versorgt werden. Die städtischen
Elektrizitätswerke wurden in die Planungen eingebunden, "weil
später einmal diese Leitungen von der Stadt München übernommen
würden." Obgleich in der Heidemannstraße eine
Gasmitteldruckleitung verlegt sei, war eine Versorgung der
Siedlung mit Gas aufgrund der hohen Erschließungskosten nicht
vorgesehen. Die von Architekt Lindner vorgelegten Pläne der
verschiedenen Haustypen wurden von den zuständigen Bauräten "als
brauchbar erachtet." Die hieraus resultierenden Anforderungen
für eine künftige Abwicklung der besprochenen Maßnahmen seien
den Siedlern und ihrer Vertretung entsprechend mitzuteilen.
Ein Rundschreiben der Siedlerschaft - nun bereits als
Siedlervereinigung München-Nord im Bayerischen Siedlerbund - vom
6. Juli 1949 verdeutlichte, daß dies auch geschah, und man sich
fortan bestimmten Anforderungen schlicht zu fügen hatte,
beispielsweise aufgrund der insgesamt sechs verschiedenen
Haustypenpläne und der allgemeinen Aufteilung in entsprechende
Bebauungszonen.14 Neben
dem Verweis auf die Spartenbesprechung mußte zunächst mitgeteilt
werden, daß einerseits Siedlern, die die in den Verträgen
vorgeschriebenen Arbeiten nicht ausgeführt und teilweise auch
keine Pachtzahlungen geleistet hatten, gekündigt worden war.
Andererseits konnten so die von der Sperrzonenregelung
Betroffenen und auch ein Teil der vorgemerkten Bewerber
berücksichtigt werden. Vorrangig wurde die Straßenbaufrage
angemerkt, einen weiteren Aufschub in dieser Frage werde es
nicht geben. Die ordnungsgemäße Ausführung - Abheben des Bodens
bis zur tragfähigen Kiesschicht - sei schlicht notwendig, da
sonst die Straßen durch die städtischen Stellen nicht abgenommen
werden.
zurück
Johann Hacker<<202<<
"Ihr Leut, was Ihr hier seht
ist behelfsmäßig und klein. Es wird vorerst unsere Verwaltung
und Gastwirtschaft sein."
Diese Zeilen aus dem Richtspruch von Hans Hacker anläßlich des
Richtfestes der künftigen "Siedlergemeinschaft" verwiesen auf
ein Gebäude, das in den kommenden Jahren und Jahrzehnten ein
nicht hoch genug einzuschätzender Ort der Zusammenkunft für die
Menschen in der Siedlung werden sollte. War dies ein schöner
Erfolg der Gemeinschaftsarbeit und für die weitere Entwicklung
der Siedlung noch öfters von Bedeutung, so war ein anderes
Problem nicht so leicht zu lösen: die Kreditfrage. Die
nachfolgende Entschließung der Siedlergemeinschaft hierzu ist
aussagekräftig genug:15
München, den 9. Oktober [1949]
zurück
Entschließung
Die Siedlergemeinschaft München-Nord und jeder einzelne Siedler
haben aus eigener Kraft ihr Menschenmögliches getan, um sich auf
dem Gelände des ehemaligen Schießplatzes Freimann eigene
Wohnstätten zu schaffen. Die Siedler, die sich fast
ausschließlich aus Flüchtlingen, Bombensachgeschädigten sowie
religiös, rassisch und politisch Verfolgten zusammensetzen, sind
nunmehr am Ende ihrer finanziellen Kraft und stellen daher an
die Staatsregierung die dringende Bitte, daß ihnen im Rahmen der
Soforthilfe raschestens tatkräftig durch Ausreichung von
Wohnbaudarlehen geholfen wird.
Jeder einzelne Siedler ist für sich bereit, diese Darlehen
vertragsgemäß zu tilgen und für den Fall, daß das Land Bayern
dem dringenden Wunsch der Siedler auf Überlassung des Grund und
Bodens wenigstens zu Erbbaurecht nachkommen sollte, auch
dinglich auf den einzelnen Erbbaurechts-Parzellen an der
gewünschten Rangstelle zu sichern.
Die Mittel müssen allerdings sofort fließen, da andernfalls der
einbrechende Winter viel geleistete Arbeit wieder vernichten
würde.
Der Stadtrat München wird gebeten, die Anliegen der Siedler nach
Kräften auch von seiner Seite aus zu unterstützen.
In seinem Schreiben vom 13. Oktober 1949 bat daraufhin Helmut
Fischer den Oberbürgermeister, "die Anliegen der Siedler so weit
als möglich zu unterstützen." Sein Referat könne aus Mitteln der
Soforthilfe ein Darlehen in Höhe von rund 150.000.- DM zur
Verfügung stellen, "mit dem etwa 60 Siedlern auf dem ehemaligen
Schießplatzgelände in Freimann noch bis Ende des Jahres die
Fertigstellung ihrer meist noch im Rohbau befindlichen
Wohngebäude ermöglicht werden kann."
Aufgrund der eigentumsrechtlichen Situation "ist die dingliche
Sicherung der Wohnbaudarlehen durch den einzelnen Siedler nicht
möglich. Es ist daher beabsichtigt, das Darlehen global über die
Bayer. Landesbodenkreditanstalt an die Bayer.
Landessiedlungs-GmbH. auszugeben, bis durch Übertragung des
Geländes im Erbbaurecht die Sicherung durch die einzelnen
Siedler möglich ist."
Zwischenzeitlich war zumindest für das Siedlungsgelände ein
Kaufvertrag abgeschlossen worden.16 Bezugnehmend
auf das Gesetz Nr. 19 vom 20. April 1949 hatte der Freistaat
Bayern, vertreten durch das Staatsministerium für Ernährung,
Landwirtschaft und Forsten, am 22. November 1949 mit der
Bayerischen Landessiedlung die Kaufurkunde notariell
abgeschlossen. Bald schon aber zeigten sich neue Probleme:
Zwischen dem Finanzministerium der noch jungen Bundesrepublik
Deutschland und dem Freistaat Bayern entwickelte sich ein
Kompetenzstreit, "wer nun eigentlich von beiden als bürgerlich -
rechtlicher Eigentümer der Wehrmachtsländereien in Bayern
anzusehen" sei. Die Bereinigung dieser Fragen sollte noch Jahre
andauern. Für die Landessiedlung bedeutete dies eine unklare
Position hinsichtlich einer geregelten Siedlungstätigkeit, für
die Siedler auch in Freimann weitere Ungewißheit über die
letztliche Regelung der Übertragung des von ihnen bearbeiteten
Grund und Bodens, nicht zuletzt auch der darauf errichteten
Wohnstätten, zu ihrem Eigentum.17 Wie
bereits angesprochen gelang es zumindest, einige Darlehen aus
den sogenannten "Soforthilfemitteln" mit insgesamt 150.000.- DM
an die Siedler auszuschütten. Grundlage hierzu waren die
Bestimmungen des Gesetzes zur Milderung dringender sozialer
Notstände, das sogenannte Soforthilfegesetz vom 8. August 1949.
Hilfen waren beschränkt auf "Flüchtlinge, Sachgeschädigte,
Währungsgeschädigte und politisch Verfolgte", und wer war das
nicht im Freimanner Siedlungsgebiet. Laut Wiederaufbaureferat
konnten schließlich auf diese Weise insgesamt 73 Wohnbauten
gefördert und in einen besseren Zustand gebracht bzw. ausgebaut
werden.
In einem anderen Zusammenhang funktionierte die Zusammenarbeit
zwischen der Bayerischen Landessiedlung und den Referaten der
Stadt nicht so reibungslos. In wie weit ein Merkblatt der
Landessiedlung und dessen Inhalt den Freimanner Siedlern als
Richtschnur diente, kann nicht gesagt werden. Möglicherweise,
und das befürchtete man wohl auch in den Referaten, hatte es
aber dazu geführt, daß man sich falsche Vorstellungen über die
tatsächlichen Erschließungskosten machte. In den Referaten der
Stadt - insbesondere über die Angaben zu Bau und Erschließung -
war man darüber alles andere als glücklich.
Die Stadtwerke - Wasserwerke konnten nicht erkennen, "mit den
angenommenen Kostensätzen durchzukommen", besonders "nicht mit
den als 'tragbar' bezeichneten Erschließungskosten für Wege,
Wasserleitung, Abwässerbeseitigung und Stromzufuhr, d.h. für
eine Siedlerstelle mit 1500 DM." Die Stadtwerke -
Elektrizitätswerke erwarteten zunächst genauere Planunterlagen
und verwiesen darauf, "daß Teile des Stadtgebietes noch im
Versorgungsgebiet der Isar- bezw. Amperwerke liegen, deren
Anschlußkostenberechnung von derjenigen der Stadtwerke
abweicht." Der Bau einer Trafostation durch den Siedlungsträger
sei notwendig, Stromzuführung und Ausrüstung der Anlage werden
von den Stadtwerken übernommen. Aus Kostengründen komme wohl
lediglich ein Freileitungsnetz auf öffentlichem Grund in Frage,
Anschluß hieran durch die "Abnehmer auf eigene Kosten." Nach
einer Mitteilung durch das Stadtbauamt - Tiefbau lagen die
Kosten für eine "Entwässerungsanlage mit Anschluß an eine Klär-
und Versitzgrube" bei 1.350.- DM, zusammengesetzt aus den Kosten
für die Erdarbeiten (302.-), für die Rohrleitungen (285.-), für
die Einrichtungsgegenstände (240.-) und schließlich "Sonstiges"
(523.-). Gleich zu Beginn stellte die Städtische
Straßenbeleuchtung fest, daß die "zu beleuchtenden Straßen in
Kleinsiedlungen [...] im allgemeinen auf lange Zeit hin nicht im
Unterhalt der Stadt [stehen], sodaß die Siedler zur Beleuchtung
ihrer Straßen selbst verpflichtet sind" und nach Einrichtung
einer Beleuchtung durch "eine Pauschalgebühr für Amortisation,
Unterhalt, Bedienung, Lampenersatz und Stromkosten" aufzukommen
haben. Und für diese Abwicklung war vor allem maßgebend:
"Voraussetzung für die Einrichtung und den Betrieb einer
Straßenbeleuchtung in Siedlerstraßen ist die Bestellung eines
Rechtsvertreters der Siedler oder Zusammenschluß in einen Verein
oder eine Interessengemeinschaft, die das Inkassogeschäft der
verhältnismäßig kleinen Einzelpauschalbeträge übernimmt und
Gewähr dafür bietet, daß der jährliche Gesamtbetrag für die
Straßenbeleuchtung reibungslos abgeführt wird." Das Stadtbauamt
- Tiefbau widmete sich auch noch den Kosten für die
Straßenerschließung. In "normalen Gelände kann bei einer
Straßenbreite von 8,5 m und bei einfachstem Ausbau in
Kiesmakadam mit Entwässerung mit einem Durchschnittspreis von
ca. 35.- bis 40.- DM / lfdm anteiliger Straßenfront gerechnet
werden." Daran anschließend aber auf einen noch entscheidenderen
Punkt verweisend: "Allerdings werden derartige Straßen nicht in
den Unterhalt der Stadt übernommen, sondern sind von den
Anliegern zu unterhalten."
Auch in einer am 19. Januar 1950 stattfindenden
Spartenbesprechung im Wiederaufbaureferat zeigten sich noch
einmal die wesentlichen Vorbehalte der Referate bezüglich der
gesamten Siedlungstätigkeit in Freimann.
zurück
Schuljahr 1950/51
Nachdem zunächst festgehalten werden konnte, daß der in Planung
befindliche nördliche Autobahnring nun weiter nach Norden
verlegt werden sollte, kam man dann auf die "Erweiterung der
Gartensiedlung" zu sprechen. Nach wie vor gehe es darum, "aus
dem vorgefundenen Bestand in planerischer Hinsicht noch die
bestmögliche Lösung zu erzielen. Die Schulfrage, die Polizei-
und Feuerschutzangelegenheit seien noch nicht geklärt, während
die Verkehrsverhältnisse als äusserst ungünstig zu bezeichnen
seien." Es "müsste zunächst die bereits bestehende Siedlung
restlos gefüllt" werden und es könne eine Ausdehnung, genauer
"vom Planungsstandpunkt aus die Erweiterung der Gartensiedlung
nach Norden nicht gutgeheissen werden." Zudem sei endlich die
"Vermessung des Siedlungsgeländes" durchzuführen. Der
Straßengrund im Siedlungsbereich sollte auf Veranlassung durch
die Landessiedlung an die Stadt abgetreten werden, die bei der
Erschließung aber keinerlei Kosten übernehmen könne.
Und eines darf hier nicht vergessen werden: Die Bayerische
Landessiedlung hatte mit den Freimanner Siedlern ja auch
entsprechende Pachtverträge abgeschlossen, die nicht nur
Pflichten für die Pächter beinhalteten.20 Über
die Lage und die Situation der Menschen östlich und westlich des
Schießplatzes wurde Ende Mai und Anfang Juni 1950 auch in der
Münchner Presse schwerpunktmäßig berichtet. Einerseits kommt
hier zum Ausdruck, unter welch schwierigen Bedingungen schon so
manches geleistet werden konnte, worauf es vor allem aber noch
ankam und wie sich die Siedlungen bereits auch auf die
Gesamtsituation in Freimann auswirkten.
zurück
Großer Bauplatz München-Nord
Siedlungshäuser und Wohnblöcke
entstehen / Kriegsgeschädigte werden bevorzugt
(SZ) Das Gelände im Münchner Norden bietet Tausenden von
Flüchtlingen und Ausgebombten die Möglichkeit, sich ein Heim zu
schaffen. Durch die (zunächst nichtgenehmigte) Besiedlung
entstand während der letzten 4 Jahre auf dem Militärschießplatz
Freimann eines der derzeit umfangreichsten Projekte dieser Art
in München. Das 10 Hektar große Gebiet auf der Fröttmaninger
Heide gehört seit 1949 der Bayerischen Landessiedlung und ist in
die Siedlergemeinschaft München-Nord und die
Kieferngartensiedlung, zusammen 580 Grundstücke zu
durchschnittlich 600 Quadratmetern, aufgeteilt. Obgleich bisher
erst 74 Familien Zuschüsse aus Soforthilfegeldern in einer
Gesamthöhe von 150000 Mark erhalten haben, sind nur noch 20
Plätze unbebaut. Johann Großkopf, der Initiator dieser
Selbsthilfe-Aktion, hofft, daß jedem Siedler, der seine Arbeiten
bis zu einem gewissen Abschnitt vorangetrieben hat, ein Kredit
von 3000 Mark zugestanden wird. Die Siedlerstellen wurden
bereits an 55 bis 70 Prozent Flüchtlinge, 20 bis 35 Prozent
totalfliegergeschädigte, evakuierte Münchner und 10 Prozent
sonstige Wohnungssuchende vergeben. [...]
zurück
Die Kirche auf dem Schießplatz
Neue Siedlerstadt im Norden -
Besichtigungsfahrt der Gesamtkirchengemeinde
Galt die erste Besichtigungsfahrt der Kath.
Gesamtkirchengemeinde München den "Kirchen, in die der Himmel
schaut", wie wir unseren Bericht von damals überschrieben, so
sollte diese Fahrt den Vertretern der Pfarreien, des
Kultusministeriums, der Landessiedlungsgesellschaft, der Presse
und dem Rundfunk die Wohnungs- und Seelsorgenot im Industrie-
und Siedlungsstreifen München Nord vor Augen führen.
Nach einem kurzen Besuch in der St.-Albert-Kirche in >>5>>Freimann<<5<<
und einem Abstecher in das Dominikanerkloster, das in allen
Räumen mit peinlicher Sauberkeit aufwartete, wurde der
Schießplatz von Freimann erreicht. Zahlreiche kleine
Giebelhäuser sind dort von fleißigen Siedlern buchstäblich aus
dem Nichts erbaut worden, ständig wachsen neue Häuser heran. Die
Obleute der Siedlungen am Schießplatz, Kreupl und Großkopf,
erzählen von den zahllosen Schwierigkeiten, die ihnen von den
verschiedensten Behörden beim Aufbau in den Weg gelegt werden.
"Wir wollen uns ja an eine Ordnung halten, aber wir wollen nicht
schikaniert werden." Zum Bau der Häuschen wird neuerdings der
Bauschutt zerstörter Kirchen verwendet. So wanderten Trümmer der
Josephskirche schon durch das Brechwerk und wurden zu neuen
Hohlblöcken gegossen. Der Aufbau kommt den Siedlern damit
wesentlich billiger. Dringend gebraucht werden am Schießplatz
eine Schule, ein Kindergarten und eine Notkirche. Ein
Kindergarten, der zugleich als Notkirche dient, wird deshalb
noch heuer auf dem Gebiet des ehemaligen Pistolenschießplatzes
errichtet. Die notwendigen Mittel wurden von der
Gesamtkirchengemeinde sofort an Ort und Stelle genehmigt, am Bau
helfen die Siedler mit. Später, wenn die Eigentumsrechte geklärt
sind, werden Schule, Kindergarten und Kirche mitten auf den
großen Schießplatz verlegt.
zurück
Jetzt floß die Milch !
Die zuständigen Referate waren über die bisherige Entwicklung in
Freimann bekanntlich alles andere als glücklich und hatten dies
ja auch entsprechend vermerkt.22 Am
31. August 1950 konnte das Wiederaufbaureferat schließlich
mitteilen, daß der Bayerischen Landessiedlung für die Siedlungen
in Freimann insgesamt 106.000.- DM durch den
Finanzierungsausschuß des Münchner Stadtrates zur Verfügung
gestellt worden waren.23 Dies
waren Mittel in Form eines öffentlichen Darlehens in Höhe von
67.000.- DM und "sogenannte Ergänzungsdarlehen für Flüchtlinge"
in Höhe von 39.000.- DM. Über die Bayerische
Landesbodenkreditanstalt erfolgte die Auszahlung der Mittel zur
weiteren Vergabe an die Landessiedlung.
Das Wiederaufbaureferat erwartete von der Landessiedlung, "daß
nur die Objekte beliehen werden, die bereits über den Rohbau
hinaus gediehen sind und bezugsfertig gemacht werden können,
außerdem Objekte, deren Rohbausubstanz gefährdet ist und daher
winterfest gemacht werden müssen. Es ist nicht zulässig,
Vorhaben, die nicht über die Kellerdecke hinaus gediehen sind,
mit Darlehen zu bedenken. In Fällen, bei denen durch die
Darlehensgewährung die Bezugsfertigkeit der einzelnen Häuschen
erreicht wird bezw. erreicht werden soll, muß unbedingt
gesichert sein, daß eine ordnungsgemäße Entwässerungsanlage
(Kläranlage) bereits vorhanden ist oder zumindest noch
geschaffen wird. Grundsätzlich soll kein Siedler mehr als
3'000.-- DM als Darlehen erhalten." Nachweise für die
Berechtigung nach dem Soforthilfegesetz waren zu erbringen.
Zudem wurde ausdrücklich darauf verwiesen, daß man "zur Zeit mit
Zuteilung von öffentlichen Mitteln für die Gartensiedlung
Freimann aus dem Kontingent der Stadt München nicht mehr rechnen
kann", daher sei "dringend davon Abstand zu nehmen, weitere
Siedler zum Baubeginn oder zu einem zur Zeit unvertretbaren
Weiterbauen auf dem hier in Frage stehenden Gelände zu
ermuntern." Nach dem eindeutigen Verweis auf eine künftige,
rigorose Anwendung des § 81 der Bauordnung der Landeshauptstadt
München gegenüber den Siedlern und dem Träger, stand am Schluß
der deutliche Vermerk: "Nach unserer Auffassung dürfte es auch
im Interesse der Bayer. Landessiedlung liegen, zunächst einmal
die bestehende Siedlung in einwandfreier Weise zu bereinigen."
Im Herbst 1950 konnte Wiederaufbaureferent Helmut Fischer dann
festhalten, daß von den insgesamt 8 Millionen DM, die das
"Hauptamt für Soforthilfe" für "Kleinsiedlungen in Bayern zur
Verfügung gestellt" hatte, "auf München 364000 DM treffen."
Hiervon waren für den Kieferngarten 67.000.- DM, für die
Gartensiedlung 133.000.- DM vorgesehen, "um die für Bauvorhaben
auf dem ehemaligen Schießplatz von Freimann [...] bewilligten
allgemeinen staatlichen Baudarlehen damit abzulösen."
Zusammenfassend blieb festzuhalten - das Wiederaufbaureferat hat
das im März 1951 auch getan - daß eine Unterstützung der
Siedlungen insoweit möglich gewesen war, "daß die
Baulinienanträge bei der Lokalbaukommission vorgelegt werden
konnten" und aufgrund der Vermessung "der Unterbau der Straßen
in Selbsthilfe" ermöglicht worden war. Man verwies noch einmal
auf die Darlehen in 1949 (150.000.- DM) und in 1950 (DM
200.000.- DM).
Die Arbeiten wurden vor allem durch die Erwachsenen geleistet,
die Kinder halfen bekanntlich mit, die Jugendlichen dagegen
hatten entschieden mitzuarbeiten. Daß sie sich auch nach anderen
"Betätigungsmöglichkeiten" nicht nur umsahen, ist verständlich.
So hat beispielsweise die sportliche Betätigung hier über ihre
eigentliche Funktion hinaus eine wichtige Ausgleichsmöglichkeit
geschaffen, die insbesondere für die Jugendlichen aus den
Siedlungen von entsprechender Bedeutung war. Die Flächen
nördlich des Schießplatzes - sofern nicht geschossen wurde und
die immer wieder durch die Panzer umgefahrenen Torstangen wieder
aufgestellt waren - wurden als "Spielfeld" genutzt.
"Rot-Weiß-Freimann"<<523<<
Waren die Jugendlichen eindeutig in den Aufbauprozeß der
Siedlung miteingebunden, so hatten die Kinder, neben der
Mithilfe, noch genügend Freiraum. Der "große Spielplatz" im
Westen der Siedlung war zwar gefährlich und das Betreten nicht
nur durch die Eltern verboten, aber wohl gerade auch deshalb von
entsprechender Anziehungskraft. Wurde man - in der Regel beim
Munitionsaufsammeln - auf ihm erwischt, drohte als schlimmste
"Strafe" das Einsperren in den Latrinen, aus denen man aufgrund
entsprechender "Erfahrung" aber rasch wieder "entkommen" konnte.
Besondere Momente waren die regelmäßig nördlich der Siedlung
stattfindenden Luftlandemanöver der Amerikaner. Für das
Aufrollen von so manchem Lastenfallschirm erhoffte man sich eine
Gegenleistung, und in der Regel gab es für die jüngeren Hershey,
für die schon etwas älteren andere Dinge aus dem PX.
zurück
Otto Hundsdorfer und seine Klasse vor
dem Schulneubau von Sep Ruf Mitte der 50er Jahre
Neben dem "Wellenbad" in der "Flori" konnte man - in beiden
Fällen die Fähigkeit zum Schwimmen vorausgesetzt - zumindest zu
Beginn der 50er Jahre auch noch im "Wiesmayr'schen Weiher" in
den Isarauen zum Baden gehen, die zudem der wohl schönste
Freimanner "Spielplatz" waren. Die in den "Freimanner
Lichtspielen" veranstalteten Sondervorstellungen zeigten vielen
Kindern und Jugendlichen auch eine andere Welt auf. Eine "andere
Welt" war auch die Anlage des Tennisclubs Iphitos. Ein Posten
als Balljunge, für den es neben zehn Pfennigen pro Stunde alte
Schläger und Bälle gab, mehr als begehrt und entsprechend schwer
zu bekommen.
Ein im Sommer 1951 verabschiedetes Gesetz zeigte u.a. auch auf,
mit wem man es als Siedler in Freimann nun auch noch zu tun
hatte. Aus dem "Gesetz zur vorläufigen Regelung der
Rechtsverhältnisse des Reichsvermögens und der preußischen
Beteiligungen" vom 21. Juli 1951 - dem sogenannten
Vorschaltgesetz -war auch ersichtlich, daß "die Übereignung des
Wehrmachtslandes durch den Bayerischen Staat an die
Landessiedlung von der grundsätzlichen Genehmigung des
Bundesfinanzministeriums und der Zustimmung der 'Dienststelle
Blank' abhängig gemacht" worden war.
Für die Menschen in den Siedlungen aber waren zu diesem
Zeitpunkt andere Probleme zu lösen. Neben den eigentlichen
Bauarbeiten waren die Sommermonate dieses Jahres ausgefüllt mit
den bekanntlich auch unter Mitarbeit der Siedler auszuführenden
Arbeiten an den Haupterschließungsstraßen der Siedlung, also der
späteren Kieferngartenstraße, des Schlößlangers, der Wirtsbreite
und des Lappenweges.24 In
einer Mitteilung eines Außendienstmitarbeiters des Stadtbauamtes
- Straßenbau vom 25. September 1951 an seine Dienststelle
betreffend den Straßenausbau in der Kieferngartensiedlung wird
deutlich, welche Probleme hierbei auch auftraten. Mit
Planiergeräten - auch durch Unterstützung der amerikanischen
Armee - wurde zunächst die magere Humusschicht abgeschoben.
Vielfach kamen hier wiederum die in den vergangenen Jahren mit
unterschiedlichstem Material aufgefüllten Bombentrichter,
Laufgräben und dergleichen zum Vorschein. Die ordnungsgemäße
Unterbauherstellung im Bereich der Haupterschließungsstraßen war
nicht immer gleich gut ausgeführt, die Kiesauffüllungen, und das
zeigte sich spätestens beim Einwalzen, nicht immer ausreichend.
Die für eine ordnungsgemäße Ausführung notwendigen Maßnahmen
erforderten in den kommenden Jahren noch so manche Aus- und
Nachbesserung, um den Status einer rein notdürftigen Zuwegung
abzubauen. Andererseits muß man aber auch festhalten, daß die
Qualität der Ausführung der ausschließlich durch die Siedler
selbst erschlossenen Straßen und Wege nicht selten dem mit Hilfe
von Firmen ausgeführten Straßenbau mehr als standhalten konnte.
Besonders eine Straße trat nun verstärkt in den Vordergrund. Im
Herbst 1951 zeichnete sich nun endlich auch eine Möglichkeit ab,
die mehr als unbefriedigende Situation im Bereich der
Heidemannstraße zu beheben, oder, wie Thomas Wimmer es einmal
nannte, "den untragbaren Zustand in der Heidemannstrasse zu
beseitigen."25 In
Zusammenarbeit mit dem Amt für Vermögensverwaltung, der
amerikanischen Armee und der Stadt München sollte ein
ausreichender Unterbau erstellt und eine den Ansprüchen
weitgehend genügende Straßendecke erstellt werden. Daß der Weg
hierzu auch zu Differenzen zwischen einem in dieser
Angelegenheit altgedienten Bezirksausschußvorsitzenden und einem
aufstrebenden Sektionsvorsitzenden führte, sei nur am Rande
erwähnt. Entscheidend war, daß der praktikable Ausbau der
Heidemannstraße nun endlich angegangen und in den kommenden
Jahren dann auch ausgeführt wurde.
zurück
Farbe für die Siedlung<<185<<
Auch die Stromversorgung der Siedlung kam zu diesem Zeitpunkt
entschieden voran. Aus einem "Antrag auf Herstellung eines
Hausanschlusses" an die Isarwerke GmbH München vom 12. Oktober
1951 für ein Haus am Harrisfeldweg sind die hierfür nötigen
Leistungen ersichtlich. Die Kosten der "Herstellung der
Hausanschlußleitung" - ein sogenannter Zweileiter-Hausanschluß
in Aluminium 25 mm2 -
und die Kosten für "Lieferung und Montage des Zählers" betrugen
58,70.- DM, der sogenannte "Teuerungszuschuß für Netzerweiterung
(gemäß Runderlaß Nr. 6/49 der Verwaltung für Wirtschaft vom
29.4.1949)" belief sich auf 51.- DM, die
"Inbetriebsetzungskosten" auf 6,30.- DM, zusammen waren also
116.- DM zu begleichen. Es galt der Tarif W 8, der Grundpreis
für die Wohnung mit drei tarifpflichtigen Räumen (Küche und zwei
Schlafzimmer) betrug monatlich 2,50.- DM, der Arbeitspreis je
Kilowattstunde wurde mit 8 Pfennigen verrechnet.26
Daß zum Jahresende 1951 am Kieferngarten nicht nur schon einiges
geleistet worden war, sondern dies auch anerkannt wurde, zeigte
sich in einem Schreiben von Oberbürgermeister Thomas Wimmer an
den Kieferngarten - Vorstand vom 6. November 1951. Hierin
bedankte er sich für ein Photoalbum, "das in gutgelungenen
Lichtbildaufnahmen das Werden und den erfreulichen Fortschritt
der Kieferngartensiedlung in Freimann erkennen lässt" und
gleichzeitig "die grossen Schwierigkeiten der Arbeiten"
verdeutlicht, "die zu leisten waren bis das erstand , was heute
die Bilder zeigen." Festzuhalten bleibt für das zu Ende gehende
Jahr 1951 aber auch, daß sich einige Siedler zu einem über viele
Jahre hin sehr erfolgreichen Verein zusammenschlossen, der allen
Bewohnern der Siedlungen, auch darüber hinaus, wahrlich mehr als
einmal Grund zur Freude gab: der Zusammenschluß zum
"Gesangverein Siedler-Sänger-Runde München-Freimann".
zurück
Josef Röckel, Chorleiter auch der
"Siedler-Sänger-Runde"<<192<<
Auch in einer Stadtratssitzung vom 21. Februar 1952, die sich
zwar vornehmlich mit einer anderen im Entstehen begriffenen
Freimanner Siedlung befaßte, wurden die bisher erzielten
Fortschritte an den "Schießplatzsiedlungen" noch einmal
hervorgehoben. Rückblickend auf die vergangenen Jahre hielt
nicht nur Walther Wüstendörfer fest: Als Stadträte haben wir
"unsere Mitarbeit und unser Verständnis nicht versagt, und heute
stehen dort unten wohl geordnet, wohl sanktioniert, vom Referat
12 [Wiederaufbaureferat] bestens unterstützt, ich glaube, an die
600 Siedlerstellen, eine schöne wie die andere. [...] Diese
Leute haben durch eigene Arbeit Enormes geleistet." Und zu
erbringende Leistungen standen noch genügend an. Gerade
hinsichtlich des weiteren, ordnungsgemäßen Straßenausbaues in
den Siedlungen hielt Oberbaurat Sperber in einem Schreiben an
das Wiederaufbaureferat vom 24. März 1952 noch einmal
ausdrücklich fest, daß "auf sofortiger Fertigstellung des
Straßenunterbaues (Kiesauffüllung und Walzung) einschl. Einbau
der Straßenentwässerungsanlage bestanden werden" muß.27 Bereits
heute seien für den "zu einem späteren Zeitpunkt
durchzuführenden übernahmefähigen" Endausbau der Straßen und
Wege "die hiefür voraussichtlich anfallenden Kosten durch
Eintragung einer Straßenkostenhypothek zu sichern." Auch wenn es
um den Hausbau ging, zeigten sich nun die Auswirkungen der
strikten Vorgaben und vor allem deren entschiedene Umsetzung
durch die zuständigen Stellen. Einem Siedler wurde
beispielsweise nach einer Ortsbesichtigung eine
Finanzierungshilfe nicht gewährt, da die "errichtete
Siedlerstelle eine größere Abweichung von den für die dortige
Siedlung geltenden Typenplänen" aufwies.
Auch die Frage nach Klärung der Eigentumsfrage war zu diesem
Zeitpunkt wieder verstärkt in den Vordergrund gerückt.28 Die
Bayerische Landessiedlung hatte im Februar 1952 für alle ihr
übertragenen, ehemaligen Wehrmachtsgrundstücke und die hiermit
einhergehenden Kaufverträge, - damit natürlich auch für die
Freimanner Siedlungen -, "Einzelanträge auf Erteilung der
nachträglichen Genehmigung" gestellt. Aufgrund des
Vorschaltgesetzes liefen diese zunächst an die Oberste
Siedlungsbehörde, also an das Staatsministerium für Ernährung,
Landwirtschaft und Forsten. Am 26. März 1952 wurden die Anträge
dann an das Bundesfinanzministerium weitergeleitet, um diesen
dann, auch im Einvernehmen mit dem Bundeskanzleramt -
Dienststelle Blank, "nachträglich zuzustimmen." Eine Lösung der
Frage stand auch schon deshalb an, da aus den Pachtverträgen der
einzelnen Siedler eine Klärung der Eigentumsfrage anstand. Der
zuständige Regierungsdirektor im Staatsministerium für
Ernährung, Landwirtschaft und Forsten wies in einem Schreiben an
die Oberen Siedlungsbehörden in den Regierungsbezirken vom 21.
Juli 1952 auf die Übertragung der Siedlerstellen in das Eigentum
der Siedler auch unter Berücksichtigung des Vollzuges der
Bestimmungen aus dem Gesetz zur Beschaffung von Siedlungsland
und zur Bodenreform hin. Zutreffend verwies er auf den Umstand,
daß Pächter, die sich bewährt hatten und ihren Verpflichtungen
nachgekommen waren, "auf Antrag das Siedlungsland zu Eigentum zu
übertragen" ist.
Auch berechtigten Anträgen konnte aber zu diesem Zeitpunkt noch
nicht entsprochen werden. Ein entscheidender Grund hierfür war,
daß die Verhandlungen über die "Richtlinien über die Ansiedlung
auf dem Lande" vom 24. September 1951 und die hieraus
beabsichtigte Festlegung einer geregelten Dauerfinanzierung
unterbrochen worden waren, "weil der Erlaß von
Bundesfinanzierungsrichtlinien in Aussicht gestellt [worden]
war, denen die bayerischen Richtlinien angepasst werden
sollten." Tatsächlich aber hatte sich "gezeigt, daß mit dem
Erlaß allgemeiner Bundesrichtlinien in absehbarer Zeit kaum zu
rechnen ist." Bayerische Richtlinien waren deshalb erneut in
Arbeit, im Herbst sei mit einer Regelung zu rechnen.
"Grundsätzlich wird die Übereignung der Siedlerstelle so
vorgenommen werden, daß die Rechtswirkungen der Übereignung
rückwirkend vom Tage der Beendigung der dreijährigen
Bewährungsfrist eintreten." Die Bayerische Landessiedlung müsse
daher "bis zur Übereignung Zwischenpachtverträge" abschließen.
Die hierin u.a. auch enthaltene "Erhöhung des Pachtpreises und
die Übernahme von Steuern und Abgaben" habe aber zu einer
Verunsicherung vieler Siedler geführt.
Grundsätzlich hielt man deshalb fest: "Da die Übereignung der
Siedlerstelle mit Wirkung vom Ablauf der dreijährigen
Bewährungsfrist vorgenommen werden wird, müssen zur Vermeidung
wesentlicher Nachzahlungen nach Ablauf der Bewährungsfrist die
Leistungen des Siedlers annähernd jene Höhe erreichen, die bei
Übereignung der Siedlerstelle in der Kaufurkunde vereinbart
werden wird. Die Anrechnung der Mehrleistungen nach dem
Zwischenvertrag auf die im späteren Kaufvertrag vorgesehenen
Leistungen ist gewährleistet." Deshalb, und dies blieb aufgrund
der Situation festzuhalten, war auch die Bayerische
Landessiedlung angewiesen, "sich bei bietender Gelegenheit die
in Frage kommenden Siedler und die in ihrem Bereich
tätigwerdenden Zusammenschlüsse der Siedler geeignet aufzuklären
und darauf hinzuweisen, daß die Stellung von Anträgen auf
Übereignung der Siedlerstelle derzeit unzweckmäßig ist."
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